Auf der Fachtagung erwartet der Davis-Lernverband mehr als 50 Experten, um über die neusten Erkenntnisse und Erfahrungen zu diskutieren. Neben einem ausgiebigen Erfahrungsaustausch zwischen Davis und den Experten stehen viele Vorträge und Kurzdemonstrationen auf dem Programm. Die Experten sind ausgebildete Davis Fachleute, die mit der Methodik bestens vertraut sind. „Trotz aller wissenschaftlichen Uneinigkeit über die Ursachen von Legasthenie und anderen Lernschwächen können wir auf tausende Fälle zurückblicken, in denen das Davis-Legasthenie-Programm vielen Betroffenen und deren Familien geholfen hat. Daher sind wir von unserem Weg überzeugt“, kommentiert Sonja Heinrich, Mitbegründerin des Davis Lernverbands das Engagement. Im Gegensatz zur These, die Legasthenie auf eine Beeinträchtigung des „phonologischen Bewusstseins“ zurückführt, geht Ronald D. Davis davon aus, dass Legastheniker vor allem in Bildern denken und den Umweg über ein arbiträres Zeichensystem meiden. Im Kern sieht der Lösungsansatz so aus, dass die Zeichenwelt in die Bilderwelt durch eigene Erfahrungen transferiert werden muss. Der mentale Prozess, der die Wahrnehmung von Buchstaben und Wörtern verzerre, könne so gesteuert werden.
„Von der Forschungsseite her ist man einem enormen Methodenstreit ausgesetzt, der in der Vergangenheit recht polemisch ausgefallen ist. Das ist schade, gerade weil es nicht im Sinne der Betroffenen ist, denen diese Auseinandersetzung nicht hilft“, äußerst sich Heinrich zu den kritischen Stimmen aus der Fachwelt. Ein entscheidender Grund, das Davis-Legasthenie-Programm ernst zu nehmen, liegt in der erstaunlichen Biografie des Methodenbegründers Ronald D. Davis selbst. So gehört Davis zu einem der weltweit wenigen Fälle, die sich selbst aus dem Autismus rausentwickelt haben. Erst mit 17 Jahren war er in der Lage zu sprechen. Es dauerte weitere 21 Jahre, bis er mit 38 Jahren lesen und schreiben konnte. Die eigenen Erfahrungen und gesammelten Erkenntnisse waren Basis für das Davis-Legasthenie-Programm.
Der letzte Europabesuch von Ronald D. Davis liegt mittlerweile drei Jahre zurück. Da Davis inzwischen 68 Jahre alt ist, geht man davon aus, dass dies eine von Davis letzten Reisen in das deutschsprachige Europa sein wird.
Ãœber Ronald D. Davis
Ronald D. Davis ist der Entwickler der „Davis-Methode“, die zahllosen Legasthenikern zu normalem Lesen und Schreiben verholfen hat. Selbst Legastheniker, galt er bis zu seinem 38 Lebensjahr als Analphabet. Davis hatte in der Schule kläglich versagt, aber dann in einer praktischen Ausbildung als Techniker glänzend abgeschnitten. Er wurde Ingenieur in der Raumfahrtindustrie, erfolgreicher Geschäftsmann und Bildhauer. Im Alter von 38 Jahren untersuchte er seine visuelle Wahrnehmung und machte eine Entdeckung, die ihn befähigte, in wenigen Stunden ein Buch von vorn bis hinten durchzulesen.. Aufgrund der persönlichen Erfahrungen entwickelte er eine alternative Theorie zur Behebung verschiedener Lernbehinderungen, mit beeindruckendem Ergebnis: Die Erfolgsquote der Davis-Methode liegt bei 97 Prozent. Ron Davis ist inzwischen ein gefragter Autor, Redner und Seminarleiter. Bis heute leitet er gemeinsam mit seiner Frau Alice Davis die Davis Dyslexia Association International.