Lebenswichtige Qualitätssicherung aus dem Mittelstand

Aachen, 14.07.2010 – Die einwandfreie Funktion medizinischer Geräte in den Life Sciences kann für Patienten lebenswichtig sein. Für die Qualitätssicherung ist die lückenlose Rückverfolgbarkeit aller Komponenten von herausragender Bedeutung; dementsprechend hoch sind die Anforderungen an die eingesetzte Software. Die spezifische Lösung der Prodesse GmbH bietet praxisgerechte Seriennummernverwaltung, an der Standardsysteme oftmals scheitern.

Medizintechnik zeichnet sich besonders durch die interdisziplinäre Kombination von Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Medizin aus. Hier hat die Technologieregion Aachen z. B. durch das MTZ (Medizintechnisches Zentrum) auf sich aufmerksam gemacht. „Der Raum Aachen ist aber auch Heimat des Kompetenzkreises IT, der RWTH und des Universitätsklinikums – ideale Voraussetzungen für Forschung und Entwicklung“, erläutert Horst Benecke, Kreisgeschäftsführer des BVMW.

Unternehmen aus der medizintechnischen Branche stellen hochmoderne Produkte her, von denen manche am Patienten eingesetzt werden und lebenserhaltende Funktionen übernehmen können. Besonders bei Implantaten muss die Qualität daher von Anfang an sichergestellt werden, und auch nach Jahre nach dem Verkauf muss jede einzelne Komponente rückverfolgbar sein. „Standardsoftware stößt hier sehr schnell an ihre Grenzen“, so Christian Müller, Geschäftsführer der Prodesse GmbH und Mitglied im Kompetenzkreis IT. „Doch mangelhafte Detailtiefe und praxisferne Handhabung sind aufgrund der Bedeutung medizinischer Anwendungen nicht hinnehmbar.“

Life Sciences profitieren von IT-Lösungen aus dem Mittelstand

Das von Prodesse entwickelte Tool ermöglicht einen lückenlosen Nachweis aller verwendeter Komponenten: Beim Wareneingang gelieferter Teile werden z. B. Lieferant, Lagerbestand und Datum erfasst; zusätzlich werden auch die Prüfergebnisse dokumentiert, da jedes gekaufte Teil einer höchst gewissenhaften Prüfung unterliegt. Auch nach dem Verkauf des fertigen Geräts– bspw. für den Fall einer Reklamation oder zeitlich begrenzter Produkte – bleibt alles hundertprozentig erfassbar. Jedes Teil erhält dabei eine interne, eindeutige Seriennummer – selbst nicht dezidierte Komponenten wie einzelne Tropfen Kleber. Grafische Funktionen ermöglichen eine intuitive und zeitsparende Bedienung während der Arbeit und stören somit die Konzentration des Personals nicht. Zudem prüft das System die vom Erfasser gemachten Angaben während der Arbeit auf unterschiedliche Weise, um Fehleingaben zu verhindern, die das gesamte Produkt sofort unbrauchbar machen würden.

Auch den besonderen Anforderungen in der Medizintechnik wird genüge getan. Eingangsseriennummern von zentralen Teilen können z. B. in der Stücklistenstruktur weitergeführt werden, sodass eine Komponente dieselbe Seriennummer erhält wie das wichtigste Teil, welches darin verbaut wurde. „So wird eine Rückverfolgbarkeit praxisgerechter Art erzeugt, die der besonderen Arbeitsweise des Herstellers folgt“, so Müller weiter.