Lausitzer Rundschau: Es gibt genügend Begabte Die Wirtschaft sucht dringend Fachkräfte

Das war“s dann wohl endgültig für Rainer Brüderles
Sommerloch-Idee eines leichteren Zuzugs ausländischer Fachkräfte,
Begrüßungsgeld inklusive: Am Dienstag machten seine Kabinettskollegen
de Maizière, von der Leyen und der DIHK dem Vorstoß mehr oder weniger
genüsslich den Garaus – Zuwanderung löst nur einen kleinen Teil des
Problems, lautete die klare Botschaft. Das stimmt. Auch wenn es der
Wirtschaftsminister vermutlich anders sehen wird. Zunächst einmal
sind die Betriebe gefordert, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken –
und zum Glück spricht sich dies laut DIHK-Studie bei immer mehr
Firmen herum. Aber eben noch nicht bei allen. Die Unternehmen müssen
Ausbildung und Qualifizierung ihrer Mitarbeiter verstärken, älteren
Arbeitnehmern Angebote zur Weiterbeschäftigung unterbreiten und
sicherlich auch bei den Gehältern attraktiver werden, um die
Abwanderung in Länder wie die Schweiz oder die USA zu bremsen. Hinzu
kommt: Die Möglichkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren, lässt
gerade im Mittelstand oft noch zu wünschen übrig. Das wird aber immer
wichtiger werden. Auf der anderen Seite muss die Politik die
Anstrengungen der Wirtschaft flankieren – schaut man sich allein die
Misere des deutschen Bildungssystems an, weiß man, dass sie dieser
Aufgabe nur unzulänglich gerecht wird. Erleichterte Zuwanderung kann
also nur der zweite oder dritte Schritt sein. Erst müssen Wirtschaft
und Politik ihre Hausaufgaben machen. Zumal es doch absurd ist zu
glauben, dass unter den drei Millionen Arbeitslosen nicht genügend
Begabte zu finden sind, die sich qualifizieren lassen, um den
Fachkräfteengpass zu verkleinern. Man muss es eben nur (bezahlen)
wollen.

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