Laufzeitverlängerungen provozieren Systemkonflikt mit Erneuerbaren Energien

Ganz im Zeichen des Energiekonzeptes der
Bundesregierung steht die diesjährige Jahreskonferenz Erneuerbare
Energien ee10 am 26. und 27. Oktober in Berlin. Die
Erneuerbaren-Energien-Branche kritisiert dabei vor allem die von der
Regierung beschlossenen Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke und
die Abkehr vom vereinbarten Atomausstieg. Aus Sicht der
Erneuerbaren-Energien-Branche bremst die Bundesregierung damit den
Ausbau regenerativer Energien in Deutschland und bringt die
angestrebten Klimaschutzziele in Gefahr.

BEE-Präsident Dietmar Schütz: „Mit der Aufkündigung des
Atomkonsenses droht ein grundlegender Systemkonflikt, weil mit
steigendem Ausbau der Erneuerbaren immer weniger Großkraftwerke
gebraucht werden, die durchgängig am Netz sind. Atomkraftwerke sind
nicht in der Lage, ihre Leistung so häufig und stark
herunterzufahren, wie das zur Ergänzung des Angebots aus Erneuerbaren
Energien notwendig ist. Und schon heute ist bisweilen zu viel
konventioneller Strom im Netz, wie man an den negativen Börsenpreisen
ablesen kann. Länger laufende Großkraftwerke verschärfen dieses
Problem. Stattdessen brauchen wir in Zukunft mehr dezentrale,
flexible Versorgungsstrukturen, eine Optimierung und Erweiterung der
Stromnetze sowie die Entwicklung weiterer Speichermöglichkeiten.“

Mit dem Energiekonzept habe die Bundesregierung nichts weiter als
Klientelpolitik für die großen Stromkonzerne betrieben. Dass wichtige
Milliardeninvestitionen für die Erneuerbaren Energien und der
notwendige Wandel zu einem zukunftsfähigen Energiesystem gefährdet
werden, scheint der Bundesregierung egal zu sein, kritisierte Schütz
in seiner Eröffnungsrede.

Im Gegensatz zur Kernenergie finden die Erneuerbaren Energien im
Energiekonzept viel zu wenig Beachtung, ihre Potenziale werden in den
zugrunde liegenden Energieszenarien sogar kleingerechnet. „Das
Energiekonzept der Bundesregierung ist eine Rolle rückwärts zur
Energietechnologie von gestern. Es bremst den Ausbau der Erneuerbaren
in Deutschland ab und gefährdet kommunale Wertschöpfung gerade in
strukturschwachen Regionen“, erklärte Hermann Albers, Präsident des
Bundesverbands WindEnergie.

„Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke blockieren den Ausbau der
Erneuerbaren Energien in Deutschland. Sie verstopfen Stromnetze und
gefährden den Vorrang der Erneuerbaren Energien bei der
Netzeinspeisung“, so Albers.

Das energiepolitische Konzept der Bundesregierung richtet sich
primär nach den Interessen der Kernkraftwerksbetreiber und gerade
nicht nach den Erzeugungskapazitäten der Erneuerbaren Energien.
Exemplarisch wird dieser Ansatz am Ausstieg aus dem Atomausstieg. Am
kommenden Donnerstag berät der Deutsche Bundestag abschließend in
2./3. Lesung über dieses Kernelement des Energiekonzepts. „Donnerstag
ist der Bundestag bei der Abstimmung über die Änderung des
Atomgesetzes gefordert, den energiepolitischen Irrweg der
Bundesregierung zu stoppen. Es reicht nicht, den Weg in das Zeitalter
der Erneuerbaren Energien in Sonntagsreden zu verkünden. Der
gesetzliche Rahmen muss es auch zulassen. Mit dem Ausstieg aus dem
Atomausstieg entfernen wir uns allen Ankündigungen zum Trotz vom
regenerativen Zeitalter“, betonte Albers.

Die Bundesregierung gefährdet mit dem Energiekonzept die
technologisch weltweit führende deutsche Industrie der Erneuerbaren.
Investitionen in Forschung und Entwicklung der nächsten Jahre fehlt
so die notwendige Finanzierungssicherheit.

Neben dem Energiekonzept der Bundesregierung stehen die
EU-Etappenziele 2020 im Fokus der Jahreskonferenz. Zudem diskutiert
die ee10 aktuelle Fragen zur bevorstehenden EEG-Novelle 2012. Am
zweiten Tag stehen Kommunalisierung und Re-Demokratisierung von
Netzen und Energieerzeugung im Mittelpunkt der Konferenz.

Weitere Informationen zum Ablauf der ee10 gibt es unter
www.jahreskonferenz.de .

Pressekontakt:
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Ulf Gerder, Pressesprecher, Bundesverband WindEnergie e.V.,
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