Länderveranstaltung Benelux auf der IAA 2010 / Kombinierten Verkehr stärken – grenzüberschreitende Logistik-konzepte finden

„Wenn es ein Thema in der EU gibt, wo eine
Zusammenarbeit ganz besonders notwendig ist, dann ist es das Thema
Transport“, sagte Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der
deutschen Gemeinschaft im Königreich Belgien, auf der
Länderveranstaltung Benelux auf der 63. IAA Nutzfahrzeuge in
Hannover. Er wies auf die Bedeutung grenzüberschreitender
Kooperationen hin. „Die EU hat zwar die juristischen Grenzen
beseitigt, aber es bestehen weiterhin soziale und wirtschaftliche
Hürden, die überwunden werden müssen“, so Lambertz. Die diesjährige
Partnerregion der IAA Nutzfahrzeuge sind die Benelux-Staaten.

Weil die Benelux-Länder im Herzen Europa liegen, spielt der
Transport- und Logistiksektor eine zentrale Rolle. „85 Prozent der
europäischen Transportleistungen werden in Nordrhein-Westfalen, den
Benelux-Staaten und einigen Teilen Nordfrankreichs erbracht“, sagte
Alexander Sakkers, Präsident des Verbandes „Transport und Logistics
Netherlands“. Um klimaschonende und effektive Logistikketten zu
entwickeln, müsse grundsätzlich das für den jeweiligen Transport
effizienteste Verkehrsmittel genutzt werden. Sakkers berichtete zudem
von praktischen Erfahrungen mit dem 25,25-Meter langen Ecocombis, die
in Belgien bereits seit zehn Jahren auf den Straßen fahren. „Derzeit
sind 500 solcher Fahrzeuge bei uns im Einsatz, wir haben bisher noch
nicht einen Unfall mit diesen längeren Trucks gehabt“, betonte
Sakkers.

Zusammen mit Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien
zählen die Benelux-Staaten zu den größten Absatzmärkten in Europa.
Als wirtschaftlich starke Transitländer mit dichter Besiedelung ist
eine gezielte Verkehrs- und Infrastrukturpolitik für die
Benelux-Staaten von zentraler Bedeutung.

Im Rahmen dieses Länderschwerpunkts der Messe hat der Verband der
Automobilindustrie (VDA) in Kooperation mit der Deutschen
Logistik-Zeitung (DVZ) und gemeinsam mit seinen Partnerverbänden
Febiac aus Belgien sowie RAI aus den Niederlanden die
Fachveranstaltung mit dem Titel „Benelux & Nutzfahrzeuge – Pioniere
für Logistik und Effizienz“ ausgerichtet. Im Zentrum des Forums, das
von VDA-Präsident Matthias Wissmann eröffnet wurde, stand die Frage,
wie den spezifischen Herausforderungen der Benelux-Länder als
Logistikstandorte in der Mitte Europas mit modernen Logistikkonzepten
begegnet werden kann. Nach Einführungen durch die drei Botschafter –
Marnix Krop aus den Niederlanden, Mark Geleyn aus Belgien und Martine
Schommer aus Luxemburg – hielten Karl-Heinz Lambertz, und Alexander
Sakkers die Key Notes. Im Anschluss daran setzten Vertreter von
Verbänden und Unternehmen aus den Benelux-Staaten und Deutschland die
Diskussion auf dem Podium fort.

Alle Redner betonten die Notwendigkeit moderner
Mobilitätskonzepte, die die Verkehrsträger intelligent und effektiv
mit einander verbinden. VDA-Präsident Wissmann sagte: „Die Zeit der
Grabenkämpfe zwischen den Verkehrsträgern ist endgültig vorbei. Um
die Logistikketten effizient und nachhaltig zu gestalten, muss der
kombinierte Verkehr weiter gestärkt werden.“ Die
Güterverkehrslogistik sei ein dynamisch wachsender Markt. „Wer hier
die besten Konzepte entwickelt, hat die Nase vorn und schafft
Arbeitsplätze“, so Wissmann. Allein in Deutschland seien 2,7
Millionen Menschen direkt oder indirekt im Bereich des Güterverkehrs
beschäftigt.

Botschafterin Martine Schommer stellte in ihrem Grußwort Luxemburg
als Autoland mit einer breiten Zulieferindustrie vor. „Gut 60
Zuliefererunternehmen beschäftigen mehr als 9.000 Menschen“, sagte
Schommer. Diese Firmen seien nicht nur in der Produktion stark,
sondern investierten auch massiv in Forschung und Entwicklung. 2.000
Wissenschaftler seien allein in diesem Bereich tätig.

Ansprechpartner:
Eckehart Rotter
VDA
Abteilung Presse
Tel. +49 30 897842-120
E-Mail: rotter@vda.de

Herausgeber: VDA Verband der Automobilindustrie e. V.