Kostengünstige soziale Techniken gegen teure Ego-Disbalancen in Organisationen. Kurzbericht über einen Einführungskurs zu Tugenden mit den Augen eines Organisationsentwicklers. Von Stephan Pernau

Berlin, – Integrität, Enthusiasmus, Zusammenarbeitswille und viele andere mehr, die Frage stellt sich fast jeden Tag für rücksichtsvolle Menschen: Wie können die für die Arbeit notwendigen Tugenden für erfolgreiche Arbeit am Leben gehalten werden, ohne sich von zu stark ausgeprägten Tugenden wie Entschlossenheit, Kreativität und Zielstrebigkeit anderer in Streit verwickeln und unterkriegen zu lassen ? Das gilt für Krankenhäuser genauso wie für Automobilhersteller, Banken, kommunale Verwaltungen und alles andere.

Das Feld der Tugenden war dieser Tage in Berlin Thema eines überzeugenden Einführungskurses des weltweiten Tugendprojektes. Und die altertümlich klingende Thematik, so scheint es, ist hoch relevant z.B. auch für Personalverantwortliche und Krankenkassen, um die Millionen psychischer Fehltage in der Arbeitswelt endlich wirkungsvoll anzugehen. Ohne Stärkung von Tugenden, die die Egos zurückdrängt, wird es nicht zu bewerkstelligen sein.

Tugenden, das sind bewährte, Jahrtausendealte Techniken im Umgang von Menschen untereinander. Zu viel oder zu wenig von der einen oder anderen Tugend löst etwa Gleichgewichte auf in Beziehungen, Prozessen und in Organisationen. Deshalb ist es wichtig Tugenden in der täglichen Anwendung als praktische soziale Techniken sicher zu erkennen und Werte von Tugenden abgrenzen zu können.

Betriebswirtschaftliche und Management-Ausbildungen erzeugen Know-how zu Tagen zumeist nicht, sollten sie aber. Denn vor allem können vorhandene Tugenden auch für „heilende“ Entwicklungen eingesetzt werden. Wer die wichtigsten Kerntugenden kennt und ein paar leicht erlernbare Anwendungsstrategien, der kann gezielt in bestimmten Umfeldern für kleine Investitionen dazu beitragen, teuer kostende Disbalancen auszugleichen. In diese Systematik führte der Einführungskurs überzeugend ein.

Wer mit Freude, Verantwortung und Vertrauenswürdigkeit aufwachsen durfte etwa, der wird sich nach dieser Art Wohlbefinden durch Tugenden sowieso sehnen. Er wird danach streben sein Leben lang, in seinen menschlichen Beziehungen ebenso wie denen zu staatlichen Institutionen und dem eigenen Arbeitsteam. Wer Vorzüglichkeit, Wahrhaftigkeit und Bescheidenheit aber eben nicht während seiner Sozialisierung freilegen konnte, dem bieten Kurse des Tugendprojektes und Medien kurzweiligen und spielerischen Zugang, vorhandene Tugenden zu nutzen, um das Konzert notwendiger Tugenden zu erweitern und zu stärken.

Das Tugendprojekt kann erreicht werden unter: www.tugendprojekt.de.

Stephan Pernau
Der Autor ist seit 1992 als Organisationsentwickler tätig und kann auf diesem Weg erreicht werden: pernau@gmx.org

Weitere Informationen unter:
http://www.tugendprojekt.de