Kölner Stadt-Anzeiger: Terrororganisation wirbt von Frankfurt aus Kämpfer an

Von Frankfurt aus hat eine islamistische
Terrororganisation per Internet „Kämpfer“ angeworben. Das haben
Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ergeben. Die „Islamistische
Bewegung Usbekistan“ (IBU) – eine für zahlreiche Anschläge
verantwortliche Terrororganisation – hatte auf einem Server hunderte
Videos, Audio-Dateien, Fotos und Texte zum Herunterladen
bereitgestellt. Die Filme dokumentieren nicht nur Hinrichtungen oder
Anschläge, sondern auch Hasspredigten von „Gotteskriegern“ in
Afghanistan, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ in seiner
Donnerstag-Ausgabe berichtet. Mehr als ein Jahr lang nutzten die
Terroristen den Frankfurter Server. Auf der jetzt nicht mehr
zugänglichen Homepage der IBU zeigten sich viele Mudschahedin offen,
ihre Gesichter sind klar zu erkennen. Hunderte Videos, Audio-Dateien,
Fotos und Texte standen zum Download bereit. Auf einigen Filmen
posieren die Kämpfer vor Leichen und brennenden Militärfahrzeugen –
zum Beispiel vor zerstörten „Dingos“, einem gepanzerten Fahrzeug, wie
es die Bundeswehr in Afghanistan einsetzt. Die Anwerbung für den
Heiligen Krieg in Afghanistan erfolgte in deutscher Sprache: „Boden
der Ehre“, „Soldaten Allahs“ oder „Sterben, um zu leben“ sind die
Filme betitelt. Auch deutsche Islamisten werben in den Videos dafür,
ihnen nach Afghanistan zu folgen. „Ich freue mich, neue Gesichter zu
sehen“, begrüßt der aus Bonn stammende Islamist Mounir C., Kampfname:
Abu Adam Al-Almani, Neuankömmlinge auf Deutsch. Die Internetseite der
IBU war den deutschen Behörden nach eigenen Angaben bekannt. Beim
hessischen Verfassungsschutz hieß es auf Anfrage: „Die weiteren
notwendigen Schritte sind eingeleitet.“ Der Betreiber des Servers,
eine Frankfurter Firma, nahm die Seite gestern vom Netz. Der
Betreiber des Servers kündigte an, dass er den gesamten Inhalt des
Servers gesichert habe und den Ermittlern zur Verfügung stellen will.

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