Unglaublich große Warenmengen werden jeden Tag von A nach B geliefert. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geht davon aus, dass fast 90 Prozent der Waren, die weltweit gehandelt werden, auf dem Seeweg befördert werden. Das meiste davon wird in Schiffscontainern transportiert.
See-Container – die Unterschiede
Container, die für die Verschiffung benutzt werden, sind auf der ganzen Welt genormt. Einzig in der Länge
unterscheiden sie sich. Es gib die 20 Fuss (6.05m) und die 40 Fuss (12.19m) langen Container. In der Breite
und in der Höhe sind sie alle gleich. Die Ladekapazität von Schiffen nimmt Bezug auf die 20-Fuss-Container und wird als TEU(Twenty-foot equivalent unit) bezeichnet.
Im Jahr 2021 wurden mit dem Warentransport auf dem Schiffsweg fast 150 Millionen TEU umgeschlagen.
Coronabedingt lag dieser Wert tiefer als die Jahre zuvor.
Container sind also aus dem weltweiten Handel nicht mehr wegzudenken. Nun sind gerade in der Pandemie die Transportkosten immens gestiegen. Der Preis für den Transport eines Seecontainers, von beispielsweise Shanghai nach Hamburg, hat sich verzehnfacht. Derzeit sind 5300 Containerschiffe auf den Weltmeeren unterwegs. Um diese Information richtig einordnen zu können: allein das 400 Meter lange Schiff „Ever Ace“ kann 23’992 Container laden.
Die Gründe für diesen Preisanstieg sind vielen verschiedenen Faktoren geschuldet. Ein Argument, das immer wieder angeführt wird, ist die mangelnde Verfügbarkeit der Container. Angeblich gibt es plötzlich nicht mehr genügend Container und die Beschaffung von neuen Einheiten kostet viel Geld und Zeit.
Dies ist so nicht ganz richtig. Es stehen durchaus genügend Container zur Verfügung. Nur leider nicht immer dort, wo sie gerade benötigt werden. Durch die allgemein angespannte Lage in der Logistikbranche sind immer noch viele Schiffe nicht dort, wo sie eigentlich schon lange sein sollten. Entsprechende Turbulenzen gibt es nach der Löschung der Fracht bei der anschließenden Zwischenlagerung in Häfen und Zoll-Freilagern. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass der Bedarf nach Container dadurch außerordentlich hoch ist. Somit lohnt sich nicht immer ein Kauf. Die Container miete ist eine gute Lösung, um beispielsweise Engpässe zu überwinden.
Leasing statt Kauf
Wirtschaftlich gesehen macht es jedoch für die meisten Reedereien überhaupt keinen Sinn den Firmenbestand durch eigene Container aufzustocken. Um nun die Kosten für den Kauf von neuen Containern zu umgehen, bieten innovative Firmen schon seit geraumer Zeit das Container-Leasing an. Viele Reedereien leasen Container gleich in einer Flotte von 1000 bis 5000 TEU Umfang.
Auf dem Markt gibt es verschiedene Leasingmodelle
Long Term Lease: mehrheitlich 3 bis 8 Jahre Laufzeit. Durch die lange Vertragslaufzeit sind die Leasingraten vergleichsweise gering.
Master Lease: kurzfristiges Leasing mit begrenzter Laufzeit. Gut geeignet für ein saisonales Geschäft, da
die Menge der Container unkompliziert nach oben oder unten angepasst werden kann.
One Way Lease: sehr kurzfristiges Leasingmodell, das sich durch eine entsprechende Flexibilität beim Aufnahme- und Rückgabeort auszeichnet. Auf regionale Anforderungen kann so flexibel reagiert werden.
Lease Purchase: der Leasinggeber bleibt bis zur letzten Rate der Eigentümer, danach erhält der Leasingnehmer die Eigentumsrechte. Dies ist einem Barkauf gleichzusetzen. Die Abschreibung fließt in die Gewinnund Verlustrechnung ein.
Abschließend lässt sich feststellen, dass Container-Leasing eine liquiditätsschonende Lösung ist, die es den Reedereien und Speditionen ermöglicht, flexibel auf die Anforderungen des weltweiten Marktes zu reagieren.