Klein- und Kleinstunternehmer in der Spannung zwischen Beruf und Familie

Klein- und Kleinstunternehmer in der Spannung zwischen Beruf und Familie

Meist erlebt man Klein- und Kleinstunternehmer sehr motiviert und fleißig. Häufig ist auch der Lebenspartner in den Betrieb integriert und Arbeitswochen von 60 bis 80 Stunden sind eher die Regel als die Ausnahme. Viele sind mit den Rahmenbedingungen trotzdem sehr zufrieden und freuen sich über ihre herausfordernden Aufgaben.

Allerdings bemerkt man auch, dass das Paar- und Familienleben dadurch oft zu kurz kommt, was sich langfristig sehr negativ auf die Beziehung zum Partner und den Kindern auswirkt. Grund dafür ist zuwenig Abgrenzung zum Beruf, die unentwegte „Vermischung“ von Beruf und Freizeit. Verschärft werden diese Rahmenbedingungen zunehmend durch die durchaus hilfreichen mobilen „Helfer“, wie iPad, kabellose Internetanschlüsse und soziale Netzwerke (Facebook und Xing). Nicht selten berichten Unternehmerpaare, dass sie sich mit ihren Handys oder Laptops nebeneinander im Bett liegend erleben, um die letzten Anrufe zu tätigen, Mails zu checken oder die Homepage zu aktualisieren. Dies führt langfristig natürlich zu Entfremdung und dauernder Ãœberreizung.

Viele Klein- und Kleinstunternehmer berichten auch über ihr schlechtes Gewissen gegenüber ihren Kindern, da sie wissen, dass sie für diese mehr Energie aufbringen müssten. Sie können dann aber die mühsam „abgezwickte“ Zeit mit ihnen nicht wirklich genießen, da auf der anderen Seite ja so viel Arbeit warten würde. Eine kürzliche Aussage eines Klienten lässt aufhorchen: „Wenn ich mit den Kindern spiele, dann erlebe ich mich oft so, als wenn der Körper zwar da sei, aber der Geist weiter an Projekten arbeitet und in der Firma verweilt“. Natürlich merken die Kinder das und die Folge ist dann häufig eine belastete Eltern-Kind-Beziehung.

Das muss aber nicht sein! Es gibt viele Unternehmer, die es gut schaffen ihr Privat- und Geschäftsleben zu trennen. Sie haben es im Griff ihre Freizeit und das Familienleben zu genießen. Man könnte sagen: „Sie säen nicht nur dauernd neuen Samen, sondern haben auch gelernt, die Ente einzufahren und die Zeit danach zu genießen.“ Wie schaffen sie das?

Unternehmer sollten sich immer wieder mit folgenden Fragen auseinander setzen:

Wie kann eine gute Trennung zwischen Privatleben und Betrieb erreicht werden, auch wenn sich die Firma im eigenen Haus befindet? Welche Maßnahmen gewährleisten einen ausreichenden Ausgleich zwischen Beruf, Familie und Freizeit? Welche Rahmenbedingungen gibt es für störfreie Zeiten, strukturierte Ablagesysteme, professionelle Terminplanung und richtige Arbeitseinteilung? Wie werden die anfallenden Aufgabe nach Wichtigkeit und Dringlichkeit strukturiert (A,B,C-Analyse)? Wie können Zeitfallen und Störungen erkannt und vermindert werden? Wie kann der Arbeitsplatz möglichst stressfrei und angenehm gestaltet werden?

Wirtschaftskammer und AUVA unterstützen individuelle Begleitung zur Vermeidung von Stress am Arbeitsplatz!

Antworten auf diese Fragen und mehr erfahren Interessierte bei der geförderten Beratung „Vermeidung von Stress am Arbeitsplatz. Bei dieser Beratung werden Unternehmer und Unternehmerinnen unterstützt, die Ursachen für Ãœberlastungssymptome und Stress am Arbeitsplatz zu erkennen und Verbesserungen zu erreichen. Die Aktion läuft bis 31. Dezember 2012 und wird aus Mitteln der AUVA unterstützt. Die Förderung beträgt 75 % der Beratungskosten (max. EUR 1.000,-).

Für nähere Informationen und zur Anmeldung wenden Sie sich bitte an das Umweltservice der WKO Oberösterreich, Doris Füreder, Tel.: 05-90909-3634, E-Mail: doris.fuereder@wkooe.at) oder an das Institut Huemer, Gottfried Huemer Tel.: 07613/45000, E-Mail: huemer@instituthuemer.at,Homepage: www.instituthuemer.at

Weitere Informationen unter:
http://www.instituthuemer.at