Kenia:ÄRZTE OHNE GRENZEN strebt gewaltfreie Freilassung der entführten Mitarbeiterinnen an

Nach der Entführung zweier Mitarbeiterinnen
in Kenia distanziert sich die Nothilfeorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN
entschieden von jeglicher Gewaltanwendung sowie derartigen
Ankündigungen. Die Organisation bemüht sich intensiv um die
Freilassung der spanischen Mitarbeiterinnen, die am vergangenen
Donnerstag nahe der somalischen Grenze gekidnappt worden waren. Ein
Krisenstab ist mit allen entscheidenden Akteuren in Kontakt. Bislang
hat ÄRZTE OHNE GRENZEN keine sicheren Informationen über Identität
oder Motive der Entführer. Entführungsfälle sind extrem komplex und
erfordern ein vorsichtiges Vorgehen. ÄRZTE OHNE GRENZEN ist sehr
besorgt, dass der Einsatz von Gewalt die Sicherheit der
Mitarbeiterinnen und eine Lösung des Zwischenfalls behindern könnte.

„Wir sind zutiefst besorgt über das Schicksal unserer beiden
Kolleginnen. Wir bemühen uns intensiv um ihre rasche Freilassung und
sichere Rückkehr. Jeglicher Einsatz von Gewalt könnte das gefährden“,
erklärt Jose Antonio Bastos, Präsident der spanischen Sektion von
ÄRZTE OHNE GRENZEN. „Wir distanzieren uns entschieden von jeglicher
militärischer Gewalt und anderen bewaffneten Aktivitäten.“

ÄRZTE OHNE GRENZEN führt trotz der sehr komplexen Sicherheitslage
die Hilfsprojekte für die von der Ernährungskrise betroffenen
Menschen in Somalia, Kenia, Äthiopien und Dschibuti fort. Als
Reaktion auf den Angriff hat die Organisation jedoch die medizinische
Hilfe im Flüchtlingslager „Ifo 2“, wo die Mitarbeiterinnen entführt
worden waren, ausgesetzt. Das betrifft zwei Gesundheitsstationen und
mobile Kliniken zur medizinischen Basisversorgung und zur
Geburtshilfe sowie Impfprogramme. „Ifo 2“ ist eines von mehreren
Lagern im kenianischen Dadaab an der Grenze zu Somalia.

In Dagahaley, einem weiteren Lager in Dadaab, führt ÄRZTE OHNE
GRENZEN die lebensrettenden medizinischen Aktivitäten in einem
Krankenhaus fort. In dem fast 200 Patienten in einem stationären
Ernährungszentrum behandelt werden. Ein Teil des Ernährungsprogramms,
in dem mehr als 15.000 weniger stark mangelernährten Patienten
behandelt werden, wurde dagegen ausgesetzt – ebenso wie die Hilfe in
fünf Gesundheitsstationen. Die Teams stehen derzeit auf Abruf bereit,
um alle Aktivitäten wieder aufzunehmen, sobald die Sicherheitslage
das zulässt.

„ÄRZTE OHNE GRENZEN fühlt sich verpflichtet, die
Gesundheitsversorgung für die somalische Bevölkerung in und außerhalb
Somalias fortzuführen. Aber das Maß der Unterstützung für die
Bevölkerung wird stark von solchen Angriffen beeinträchtigt. Die
Situation ist äußerst alarmierend“, sagt Bastos.

ÄRZTE OHNE GRENZEN arbeitet seit 1991 kontinuierlich in Somalia
und betreibt derzeit 13 Projekte im Land. Zudem leistet die
Organisation Hilfe für somalische Flüchtlinge in den Lagern in Dadaab
in Kenia und in Dolo Ado in Äthiopien.

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Mehr Informationen: Christiane Winje, 030 700 130 240, 0163 8808 405;
Stefan Dold, 030 700 130 230, 0163 8808 403;
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