Keine politischen Ränkespiele bei der zweiten Stammstrecke

Keine politischen Ränkespiele bei der zweiten Stammstrecke

MÜNCHEN. „Die zweite Stammstrecke in München ist absolut nicht für politische Spielchen und Ränkespiele geeignet“, erklärt Ingolf F. Brauner, der Präsident des Bundes der Selbständigen (BDS) – Gewerbeverband Bayern e.V. Das sich abzeichnende Scheitern der Gespräche zwischen dem Bund, dem Freistaat Bayern, der Stadt München und der Deutschen Bahn empfindet der BDS daher als „sehr bedauerlich“.

Ein Fünftel aller Einwohner Bayerns betroffen
„Dieses Projekt betrifft direkt die gesamte Planungsregion München und damit ein Fünftel aller Einwohner Bayerns, indirekt sogar noch deutlich mehr Bürger. Da darf es nicht sein, dass diese wichtige Entscheidung zur Weiterentwicklung des stärksten Wirtschaftsraumes Süddeutschlands an Zuständigkeitsstreitigkeiten scheitert, oder gar daran, dass sich die Beteiligten eine möglichst gute Position für den Landtagswahlkampf im kommenden Jahr erarbeiten wollen“, ergänzt Richard Schaurich, der Vorsitzende des BDS-Bezirks München und mahnt dringend Verbesserungen an.
Nach neuesten Prognosen des Planungsreferats erwarten München und die Region bis 2025 einen Bevölkerungszuwachs von 203.300 Menschen. „Bei den Planungen für den Nahverkehr in der Landeshauptstadt in den 1970er Jahren war das S-Bahn-Netz für im Schnitt 240.000 Fahrgäste pro Tag ausgelegt. Mit 800.000 Nutzern sind wir schon lange an der Kapazitätsgrenze. Mit dem vorhergesagten Bevölkerungszuwachs bricht der Verkehr irgendwann zusammen“, sagt Schaurich.

BDS: Stammstrecke wichtiger als dritte Startbahn
Erst im Sommer 2011 hatte der BDS Bayern in seinem halbjährlichen Stimmungstest seine Mitglieder zur Verkehrspolitik befragt: „Unsere mittelständischen Mitglieder wünschen sich zu allererst verstärkte Investitionen in die Straße, weil das Auto ihr wichtigstes Fortbewegungsmittel ist und es auch auf absehbare Zeit bleiben wird. Aber auch ein leistungsstarker Öffentlicher Nahverkehr ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Wirtschaft im gesamten Freistaat weiter wachsen kann und Städte und Umland flächendeckend verbunden bleiben“, so Ingolf F. Brauner.

Im Stimmungstest aus dem Sommer 2011 war den BDS-Mitgliedern der Ausbau der zweiten Stammstrecke deutlich wichtiger als der Bau der dritten Startbahn am Münchner Flughafen oder die Vergrößerung der Regionalflughäfen. „Wir erwarten Lösungen und keine taktischen Spielchen, warum ein Ausbau der Stammstrecke angeblich nicht möglich ist“, so Brauner.

Weitere Informationen unter:
http://www.bds-bayern.de