Mit Einführung der Noten für Pflegeeinrichtungen
hatten der Spitzenverband der Pflegekassen, die Sozialhilfeträger und
die Verbände der Pflegeeinrichtungen deren wissenschaftliche
Überprüfung vereinbart. Jetzt liegt dieser Evaluationsbericht zur
Auswertung des Systems der Pflegenoten vor. Die zentrale Botschaft
sowohl der Wissenschaftlerinnen als auch des eingesetzten Beirates
lautet: Derzeit gibt es weder nationale noch internationale
Erkenntnisse zu Transparenzsystemen, die sich kurzfristig als
Alternative zu den Pflegenoten anbieten. Wenn sich Verbraucher über
die Leistungsqualität von Heimen und Pflegediensten verständlich,
übersichtlich sowie vergleichbar informieren wollen, bieten die
Pflegenoten – ungeachtet ihres Ãœberarbeitungsbedarfs – eine gute
Orientierung.
Dieser breite Konsens wird über den Beirat von den Bundesländern,
Verbraucherschutzorganisationen, dem Bundesgesundheitsministerium
sowie den Spitzenverbänden der Pflegekassen, den Verbänden der
Pflegeeinrichtungen als auch weiteren unabhängigen Wissenschaftlern
getragen. „Der Bericht bestätigt das bestehende System und belegt,
dass es Optimierungsbedarf gibt. Klar wird auch, dass es richtig war,
das System fundiert prüfen zu lassen und vorschnellen
Änderungsbegehren zu widerstehen. Dem Anliegen, das System der
Pflegenoten einseitig abzuwerten, erteilt das Ergebnis eine klare
Absage“, sagt Bernd Meurer. Der Präsident des Bundesverbands privater
Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) versteht die Empfehlungen der
Wissenschaftlerinnen als eine konstruktive Grundlage für die
Weiterentwicklung der Transparenzvereinbarungen. „Wir werden
unverzüglich – mit dem nötigen Augenmaß – Verhandlungen über die
Empfehlungen der Wissenschaftlerinnen und des Beirates aufnehmen.
Parallel müssen wesentliche Grundlagen erarbeitet werden, um die
Prüfung der Ergebnisqualität, also das, was bei den Pflegebedürftigen
ankommt, voranzutreiben. Die Kundenbefragung bleibt unverzichtbar und
die Darstellung der Noten soll weiterentwickelt werden. Der Verzicht
auf die Gesamtnote, um die Aufrechnung von Einzelnoten zu verhindern,
wird zu erörtern sein“, so Meurer.
Der bpa erinnert daran, dass es Auftrag des Gesetzgebers war und
ist, das Ergebnis der Pflege darzustellen. Auftrag des Gesetzgebers
war es nicht, einem System Vorschub zu leisten, welches die Zeit für
die praktische Pflege und Betreuung weiter reduziert, um zusätzlichen
und verzichtbaren Dokumentationsanforderungen den Weg zu bereiten.
„Absoluten Vorrang haben die pflegebedürftigen Menschen. Pflegekräfte
sollen genau das dokumentieren, was notwendig ist für eine gute
Pflege und Betreuung. Unsere Forderung, dass die Dokumentation nicht
überhandnehmen darf und der Pflegezustand und die Zufriedenheit der
pflegebedürftigen Menschen im Vordergrund stehen müssen, wird durch
den Bericht eindrucksvoll bestätigt“, so Bernd Meurer.
Der bpa-Präsident rät allen, die auf der Suche nach einem
passenden, qualitativ hochwertigen Pflegeangebot für sich selbst oder
für einen pflegebedürftigen Angehörigen sind: „Richten Sie den Blick
nicht nur auf die Gesamtnote. Weit aussagekräftiger für den
individuellen Pflege- und Betreuungsbedarf sind die Einzelbenotungen
der unterschiedlichen Leistungsbereiche.“ Und weiter: „Gehen Sie in
die Einrichtungen, machen Sie sich selbst ein Bild von der Situation
vor Ort, und reden Sie mit den dort ein- und ausgehenden Menschen.“
Der Evaluationsbericht sowie die Empfehlungen des Beirats können
von der Homepage des bpa unter www.bpa.de heruntergeladen werden.
Für Rückfragen:
Bernd Tews, Herbert Mauel, 030 / 30 87 88 60.