Berlin, 22. Juli 2015 – Die Monopolkommission der Bundesregierung fordert in ihrem Sondergutachten „Wettbewerbspolitik aus der Spur“ die vollständige Trennung der Infrastruktur- und Transportsparten der Deutschen Bahn. Die Infrastruktur soll an den Staat gehen, die Transportsparten privatisiert werden. Lediglich der Personenverkehr soll bei der Deutschen Bahn verbleiben. Diese regelrechte Zerstückelung des DB-Konzerns lehnt der Konzernbetriebsrat DB AG (KBR DB AG) vehement ab.
„Die geforderte Aufspaltung des Konzerns ist für uns weder nachvollziehbar noch sinnvoll“, so Jens Schwarz (Vorsitzender KBR DB AG). „Das würde das Ende des integrierten Konzerns bedeuten und aller darauf basierenden sozialen Absicherungen, wie zum Beispiel den konzernweiten Arbeitsmarkt. Zudem basiert die Erfolgsgeschichte der Bahn auf diesem Modell.“ Seit 1994 besteht der integrierte Konzern und stellt das Erfolgsgeheimnis der Deutschen Bahn dar, ob in guten oder schlechten Zeiten. Welche wirtschaftlichen Konsequenzen eine Zerschlagung des heutigen Konzernverbunds haben würde, lässt sich am Beispiel anderer Länder leicht aufzeigen. Frankreich beispielsweise kehrt gerade zu einem Konzernverbund zurück, weil die Aufspaltung sich in vielerlei Hinsicht als nachteilig erwiesen hat.
Zu dem Vorwurf, die Deutsche Bahn würde Wettbewerber benachteiligen und sich so einen Wettbewerbsvorteil sichern, sagt Jens Schwarz: „Wir haben schon seit Jahren Wettbewerb auf der Schiene, sowohl im Personennahverkehr als auch im Güterverkehr. Rund 400 verschiedene Eisenbahnunternehmen verkehren auf dem deutschen Schienennetz. Kein Wettbewerb sieht anders aus.“