Europäer sollten Band der Vernunft knüpfen
Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder,
besucht derzeit zum achten Mal Japan. Neben den Treffen mit der
Regierungsspitze und der Opposition widmet sich Kauder dieses Mal den
Themen Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Zu seinem Besuch
erklärt Kauder:
„Deutschland und Europa sollten in einer immer instabileren Welt
ihre Beziehungen zu Japan noch weiter intensivieren. Gerade in diesen
außenpolitisch unsicheren Zeiten ist Japan für uns Europäer ein
Partner, auf den Verlass ist. Das war erneut in unseren Begegnungen
mit Premierminister Shinzo Abe und Außenminister Taro Kono zu spüren.
Mit Japan, aber auch Ländern wie Australien oder Kanada sollte die EU
ein enges Band der Vernunft knüpfen. Es ist ein Glück, dass sich die
EU und Japan nach Jahren der Verhandlungen auf ein
Freihandelsabkommen geeinigt haben.
Europa und diese Staaten verbinden die Werte der Freiheit,
einschließlich eines freien Warenhandels, das Bekenntnis zu
Menschenrechten und Demokratie und das Eintreten für Frieden in der
Welt. Gegenwärtig müssen wir leider erleben, wie die Führungen von
Russland und China Regeln verletzen, wie auch die USA mehr und mehr
nur den eigenen Interessen nachgehen. Die über lange Jahre bestehende
Weltordnung ist ins Wanken geraten und darauf müssen wir auch in
unserer Außenpolitik klug reagieren. Wir setzen auf einen Ausgleich
mit Russland auf Basis unserer Werte, streben eine gleichberechtigte
Partnerschaft mit China an und wollen natürlich die Beziehungen zu
unserem alten Bündnispartner USA weiter pflegen. Mehr denn je müssen
wir nun aber auch Freundschaften mit anderen Ländern wie Japan
intensivieren.
Wir unterstützen Japans Forderung an Nordkorea, auf sein
Atomprogramm zu verzichten. Nordkorea gefährdet den Frieden und die
Sicherheit im asiatischen Raum. Die sich anbahnenden
Friedensgespräche zwischen Süd- und Nordkorea sind natürlich positiv.
Sie dürfen aber nicht dazu führen, dass die Sicherheitsinteressen
Japans auf der Strecke bleiben. Dafür müssen auch die USA und
speziell US-Präsident Donald Trump sorgen, der sich offenbar im Mai
mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen will.
Mit Sorge haben wir vernommen, dass China versucht, seinen
Einfluss im gesamten asiatischen Raum auszubauen. Dies ist nach den
Beobachtungen insbesondere auf den Philippinen und in Myanmar zu
spüren.
Bemerkenswert waren auch unsere Besuche, in deren Mittelpunkt die
Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz standen. Europa und
Japan eint auch hier, dass beide alles daran setzen müssen, gegenüber
den Firmen aus den USA und China nicht noch weiter ins Hintertreffen
zu geraten. In Japan wurde uns sehr deutlich, wie stark die
Digitalisierung und die künstliche Intelligenz die Welt in den
nächsten Jahren verändern werden.
Dank Big data wird nicht zuletzt die Medizin sich im Sinne der
Menschen weiterentwickeln. Andererseits wird die systematische
Erhebung, Sammlung und Auswertung von Daten in einem bisher nie
dagewesenen Maße dazu führen, dass Menschen in all ihren
Verhaltensweisen erfasst und somit beeinflusst werden. Zudem wird
sich die Arbeitswelt überall auf diesem Planeten verändern. Berufe,
die heute noch hoch angesehen sind, könnten in ihrer jetzigen Form
bald der Vergangenheit angehören. Dolmetschen, das haben wir bei
einem Firmenbesuch in Tokio gesehen, könnte bald von
Computerprogrammen übernommen werden. Die Politik muss dafür sorgen,
dass die Entwicklung unter dem Strich den Menschen dient. Auch hier
können Europa, Deutschland und Japan von den Erfahrungen des jeweils
anderen profitieren.“
Hintergrund:
Auf seiner Reise wurde Kauder vom stellvertretenden Vorsitzenden
der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johann David Wadephul, begleitet.
Kauder hatte durch seine zahlreichen Begegnungen in den
vergangenen Jahren die deutsch-japanischen Beziehungen neu belebt.
Neben Premierminister Abe und Außenminister Kono traf Kauder auch den
außenpolitischen Berater des japanischen Kabinetts, Shotaro Yachi,
sowie Abgeordnete der Regierungsparteien und der Opposition.
Ãœber das Thema Digitalisierung informierte er sich im
Zukunftsmuseum Tokios, bei der Firma Fujitsu und beim Nationalen
Institut für Industrieforschung.
Kauder und Wadephul kehren am Donnerstag nach Deutschland zurück.
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