Seit Jahresbeginn hat Kasachstan die
Ratspräsidentschaft im UN-Sicherheitsrat, dem mächtigsten Gremium der
Vereinten Nationen, inne. Dies ist ein weiterer Schritt der
ehemaligen Sowjetrepublik in ihrem Bestreben, sich in globalen Fragen
effizient einzubringen. Die Strategie Kasachstans zielt schon seit
Jahren darauf ab, sich im internationalen Geschehen zu positionieren
und für wichtige Akteure wie Deutschland ein gleichwertiger Partner
zu sein.
Bisher war noch nie ein Land der zentralasiatischen Region an der
Spitze des Weltsicherheitsrates. Auch als Schauplatz der laufenden
Syrien-Konferenzserie hat sich die Hauptstadt Astana einen Namen
gemacht. Die Gastgeberrolle erlaubt Staatschef Nursultan Nasarbajew,
sich selbst und sein Land als internationaler Vermittler zu
präsentieren.
Die Lage in Afghanistan stand für Kasachstan schon seit mehreren
Jahren im Fokus, um Stabilität in dem Nachbarland anzustreben. Nun
will Kasachstan auch seinen Vorsitz im Sicherheitsrat dazu benützen,
Afghanistan mehr internationale Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.
Die Vorbereitung eines Berichts über die Lage und die strategische
Entwicklung Afghanistans und Zentralasiens will Kasachstan zu seinem
zentralen Thema der Präsidentschaft machen.
Präsident Nasarbajew betonte das Interesse seines Landes an einem
stabilen und wohlhabenden afghanischen Nachbarn. Kasachstan habe hier
schon viel geleistet wie etwa Hilfe im Zivilschutz, bei Vorbeugung
von Katastrophen und Bekämpfung des Terrorismus. Kasachstan plant,
seinen südlichen Nachbarn auch beim Straßen- und Bahnbau und mit der
Lieferung von Baumaterialien zu unterstützen. In den vergangenen zehn
Jahren lieferte Kasachstan Nahrungsmittel im Wert von rund 20
Millionen US-Dollar an Afghanistan. Zudem studieren mehr als tausend
afghanische Studenten in Kasachstan.
Zentrale Vorschläge für Zentralasien sind die friedliche Regelung
von Konflikten, die regionsübergreifende Integration, die aktive
Beteiligung an der Arbeit internationaler Organisationen sowie der
Umweltschutz.
In der Modernisierung der Wirtschaft setzt Nasarbajew bereits seit
einigen Jahren auf eine Strategie der Green Economy. Energiesparende
Technologien, Steigerung der Energieeffizienz und der Ausbau der
erneuerbaren Energien stehen auf der politischen Agenda ganz oben.
Auch darin sieht Kasachstan eine große Chance in der internationalen
Zusammenarbeit. Allein die 2017 in Astana abgehaltene Expo unter dem
Motto „Future Energy – Energie der Zukunft“ war ein Symbol für die
Öffnung des Landes für Investoren und Partner aus aller Welt
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