„Wer die Aufhebung der besonderen Feiertagsruhe
am Karfreitag propagiert, fordert nichts anderes als mehr Werktage.
Außerdem beweist er wenig Verständnis für die kulturelle Prägung
unseres Landes.“ So kommentiert Nikolaus Schneider, Präses der
Evangelischen Kirche im Rheinland, Äußerungen des Vorsitzenden der
nordrhein-westfälischen Grünen: „Wer Feiertage ohne ihren prägenden
Inhalt haben will, will sie am Ende gar nicht mehr. Denn ohne ihren
prägenden Inhalt sind Feiertage verzichtbar. Der Vorstoß des
Grünen-Parteichefs bedeutet letztlich, dass wir Tage wie Karfreitag,
Ostermontag, Pfingstmontag, Weihnachten usw. aus dem Kalender
streichen müssen. Dann haben wir noch mehr Werk- und Arbeitstage.“
Der Karfreitag erinnert an den Tod Jesu Christi am Kreuz. Weil ein
solcher Tag kein Tag der Festfreude und des Jubels ist wie
beispielsweise das Oster- oder das Weihnachtsfest, hat der
Gesetzgeber diesem Tag – wie auch dem Volkstrauertag und
Allerheiligen – einen deutlich stilleren Rahmen als den anderen
Feiertagen gegeben. Bestimmte Unterhaltungsveranstaltungen sind
deswegen nicht erlaubt, erklärt Präses Schneider. „Diese Regelung
trägt dem religiösen Leben und der kulturellen Prägung in unserem
Land durch das Christentum Rechnung – und das ist keine Frage von
Mehrheit oder Minderheit, sondern eine Frage des Respekts vor der
Religion und der kulturellen Wurzeln.“
„Die Logik des Landeschefs der Grünen bindet Feiertagsgestaltung
an die Zahl derer, die den Tag aktiv begehen. Wer dieser Logik
konsequent folgt, müsste dann auch Feiertage wie den Volkstrauertag
oder auch den 1. Mai abschaffen, weil nicht die Mehrheit der
Bevölkerung zu Gedenkfeiern oder Mai-Kundgebungen geht“, so Schneider
weiter: „Bleibt zu befürchten, dass der Grünen-Chef in NRW als
nächstes die Abschaffung des Tages der deutschen Einheit fordert,
weil nicht die Mehrheit der Bevölkerung an Feiern zur
Wiedervereinigung teilnimmt.“
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