
Das Wort Kapitalflucht erklärt sich in sich bereits selbst. Gerade in Zeiten der Krise wird dieses Wort oft verwendet und meist mit Steuerflüchtlingen in Verbindung gebracht. Doch wie verhält sich die Kapitalflucht in der Realität, warum entsteht sie und wer ist daran schuld? Ein Interview mit David Paulson aus Zug, Verwaltungsrat der Swiss Financial Yard AG, gibt dazu Aufschluss.
H.S. Redaktion: Her Paulson, wieso kommt es in Ländern zu einer Kapitalflucht und ab wann kann man von Kapitalflucht spreochen? David Paulson von Swiss Financial Yard: Kapitalflucht basiert in der Regel auf wirtschaftliche Ereignisse die unvorhergesehen und plötzlich kommen. Oft ergibt sich dies aus einer massiven Bankenkrise. Kapital sucht sich immer den geringsten Widerstand und die höchsten Ertragschancen. Sobald es in einer Region kriselt, flüchtet als erstes das Kapital und dann der Mensch. H.S. Redaktion: Herr Paulson, sie sind Verwaltungsrat der Swiss Financial Yard AG in Zug und beschäftigen sich mit diesem Thema. Sehen sie aktuell erhöhte Abflüsse von Kapital aus Europa, nach Länder wie z.B. Singapur oder Hongkong?
David Paulson, Swiss Financial Yard AG: Die Anleger in Europa befinden sich zur Zeit in einer Art Schockstarre. Das rührt daher, da die Politik, gemeinsam mit der Presse in Europa, eine massive Kampagne gegen Ausländische (Offshore) Regionen gestartet hat. Wenn man als Bsp. Offshore Leaks betrachtet und dies näher durchleuchtet, wird schnell klar, dass es sich wieder mal um eine überdurchschnittlich intelligente Art handelt, Menschen massiv einzuschüchtern, sowie eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen, was eine mögliche Enteignung von Reichen betrifft. Selbstverständlich kann so eine hochentwickelte Kampagne nur vom Experten in Sachen Propaganda stammen, nämlich Deutschland und Amerika. H.S. Redaktion: Herr Paulson, meinen sie damit, dass es Offshore Leaks oder Steuer CD–s vermutlich gar nicht gibt ?
David Paulson, Swiss Financial Yard AG; Die Frage stellt sich nicht, denn es ist irrelevant ob solche Daten überhaupt existieren. Natürlich ist es schon beinahe Hollywood verdächtig zu behaupten, eine Person hätte über 2.5 Mio. Datensätze verfügt und diese aber nicht versucht einem Staat zum Verkauf anzubieten, sondern kostenlos an Journalisten weiter gegeben. Ganz abgesehen davon, dass es unmöglich ist als Einzelperson über einen derartig grossen Datenschatz zu verfügen. Im Endeffekt zählt nur eines. Es wird systematisch darauf hingearbeitet die breite Masse, die nicht über höhere Geldsummen verfügt dahingehend vorzubereiten, dass im Falle eine gesamthaften Enteignung, so wie wir es in Zypern gesehen haben, niemand auf die Strasse gehen wird.
David Paulson von Swiss Financial Yard dazu weiter: Natürlich ist es einfacher Steuerflüchtlinge mit Kapitalflucht in Verbindung zu bringen. Fakt ist allerdings das unversteuertes Geld nicht in Ländern der EU liegt. Die Bevölkerung wird dahingehend in die Irre geführt. H.E. Redaktion: wie sehen sie die Entwicklung in Europa, für die kommenden 5 Jahre? David Paulson von Swiss Financial Yard AG: Die Entwicklung in Europa ist ungewiss. Wir bewegen uns in den letzten Zügen eines Systems, das zum Scheitern verurteilt ist. Im Endeffekt wird eine hohe Inflation und allfällige Währungsunion die einzige Möglichkeit sein mit unserem heutigen System weiter zu arbeiten. Im Prinzip ist der Euro nicht überlebensfähig, das war er nie. Es war nur eine Frage der Zeit bis die Sünden in den südlichen EU-Ländern ans Licht kommen und die Staaten beginnen zu kollabieren. Warum sollte z.B. ein Deutscher auch nach Griechenland in die Ferien gehen, wenn die Tasse Kaffee in Tunesien nur ein Fünftel kostet, der Service, die Umgebung und die Sonne aber praktisch identisch sind. Das Projekt Euro wird in dieser Form nicht überleben. Die Frage stellt sich allerdings, ob es überhaupt geplant war den Euro langfristig aufrecht zu erhalten oder ob es sich lediglich um einen Baustein eines wesentlich grösseren Projekten, nämlich eine Weltwährung handelt. David Paulson von Swiss Financial Yard ergänzt: Die südlichen Staaten leiden enorm unter dem Euro. Eine Abspaltung und die Rückkehr zur alten Währung, wäre ein annehmbarer Lösungsansatz, der die Länder wieder auf Kurs bringen würde, doch die Politik scheint andere Ziele zu verfolgen. H.S. Redaktion: Zurück zur Kapitalflucht – wie sehen sie die Entwicklung bei Geldabflüssen ins Ausland?
David Paulson von Swiss Financial Yard, in Zug: Wir bemerken, gerade in Gesprächen mit Banken einen eindeutig ansteigenden Kapitalabfluss in sichere Regionen wie Singapur, Hongkong oder Dubai. Dabei handelt es sich auch um keine illegale Aktion seitens der Inhaber dieser Gelder. Asset Protection ist dabei das Schlagwort (Kapitalschutz). Menschen haben sich teilweise über Jahrzehnte ein Vermögen angespart und fürchten nun um ihr Geld, dies zu Recht, betrachtet man Zypern. Die Medien versuchen die Bevölkerung zu manipulieren. Der Intelligente Unternehmer oder Vermögende Privatier durchschaut dies allerdings immer öfter und versucht sein Kapital zu schützen. H.S. Redaktion: Was empfehlen sie zum Thema Kapitalschutz?
David Paulson von Swiss Financial Yard AG dazu: ganz klar Wertpapiere wie Aktien, denn diese fallen unter das Sondervermögen und sind bei einer allfälligen Bankenpleite und einem Zusammenbruch des Staates nicht antastbar. Des weiteren gilt es zu überlegen sein Kapital aus der Eurozone in Länder wie die Schweiz, Singapur oder Dubai zu verlegen um so das Kapital zu schützen. Zudem sollte überlegt werden das Kapital aus den Währungen Dollar und Euro in sicherere Währungen wie den Schweizer Franken zu wechseln. Vielen Dank an David Paulson, Verwaltungsrat der Swiss Financial Yard AG, in Zug
Weitere Informationen unter:
http://www.swissfinancialyard.ch