Höhenflug des öffentlichen Sektors vorerst gestoppt
Drei der vier Unternehmen an der Spitze des Arbeitgeberrankings kommen nach wie vor aus dem öffentlichen Sektor. Jedoch verlieren sowohl das Auswärtige Amt (-3,1 Prozent) als auch das Bundeskriminalamt (-2,7 Prozent) und die Europäische Kommission (-2,4 Prozent) an Zuspruch der Nachwuchsjuristen. Gleichzeitig gibt es mit dem Bundeskartellamt auf Rang 12 und der Bundeswehr auf Rang 37 zwei starke Neueinsteiger aus dem öffentlichen Sektor.
Kanzleien im Aufwind
Freshfields Bruckhaus Deringer kann seinen zweiten Platz ausbauen und verweist die Europäische Kommission auf den dritten Rang. Höchster Gewinner des Jahres ist CMS Hasche Sigle, die mit einem Zuwachs von 1,2 Prozent der Bewerberstimmen näher an Hengeler Mueller auf Rang 5 heranrücken. „Viele Kanzleien gehen wieder stärker auf Bewerber zu und stellen sich als Arbeitgeber vor“, erläutert trendence-Geschäftsführer Holger Koch. „Das kommt bei den Bewerbern gut an.“ Besonders Linklaters profitiert von seinem Personalmarketing und steigt nach einem Jahr Pause wieder in die Top 10 der attraktivsten Arbeitgeber auf.
Unternehmensethik ist wichtig bei der Arbeitgeberwahl
Für knapp drei Viertel der Nachwuchsjuristen ist die Unternehmensethik eines potenziellen Arbeitgebers wichtig. Auch die Mandate einer Kanzlei sind entscheidend. Rund die Hälfte der Befragten möchte nicht gezwungen werden, ethisch schwierige Mandate zu bearbeiten. Ein Drittel der Bewerber möchte erst gar nicht bei einer Kanzlei arbeiten, die derlei Mandate betreut – unabhängig davon, ob sie sie selbst bearbeiten müssten. Das bekommen besonders Hengeler Mueller und Gleiss Lutz zu spüren. „Die Diskussion in den Medien über ihre Mandate nehmen die Studierenden wahr und lassen sich davon beeinflussen“, so Koch. Beide können vom Aufwind der Kanzleien nicht in dem Maße profitieren wie andere.
Persönlicher Kontakt und Direktansprache
Wenn sich Nachwuchsjuristen über einen Arbeitgeber informieren, vertrauen knapp 70 Prozent auf ihr persönliches Netzwerk, dicht gefolgt von Unternehmenswebsites (67,6 Prozent) und eigenen praktischen Erfahrungen in Unternehmen (66,3 Prozent). Einige Kanzleien und Unternehmen haben den Stellenwert des direkten Kontakts erkannt: Ein Drittel der Nachwuchsjuristen wurde bereits persönlich, per E-Mail oder per Telefon von einem Arbeitgeber angesprochen mit der Aussicht auf einen Job.
Ãœber die Studie
» Das trendence Graduate Barometer ist Deutschlands größte Absolventenstudie mit rund 35.000 Teilnehmern in den Fächergruppen Business, Engineering, IT, Law.
» wird seit 15 Jahren jährlich als Barometerstudie durchgeführt
» Law Edition: rund 2.400 befragte Studierende und Referendare der Rechtswissenschaften sowie Volljuristen (High Potentials)
» Erhebungszeitraum der Law Edition: April bis Juni 2014