IT-Sicherheit: Aufklärung über Schutzmaßnahmen notwendig

IT-Sicherheit: Aufklärung über Schutzmaßnahmen notwendig
Fordert Aufklärung über IT-Sicherheit und Möglichkeiten zum Datenschutz: Marco Barenkamp, Vorstand d
 

Massiver Vertrauensverlust gegenüber Staat und Behörden

Mehr als die Hälfte der Internetnutzer (58 Prozent) gaben in einer aktuellen repräsentativen Studie des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) an, dass sie Staat und Behörden derzeit wenig oder überhaupt nicht vertrauen, wenn es um den Umgang mit persönlichen Daten im Internet geht. Damit ist der Anteil der Internetnutzer, die staatlichen Behörden gegenüber misstrauisch sind, innerhalb der letzten zwei Jahre dramatisch gestiegen (von rund 40 auf knapp 60 Prozent).

Internetnutzer erkennen Datensicherheitsproblem

Die BITKOM-Studie zeigt außerdem: Rund zwei Drittel (66 Prozent) der Internetnutzer sind der Meinung, ihre Daten seien im Netz eher (39 Prozent) oder völlig (27 Prozent) unsicher. Vor zwei Jahren lag der Anteil derer, die sich Sorgen um ihre Daten machten, noch bei lediglich 55 Prozent. Dieser enorme Anstieg um mehr als zehn Prozent ist nicht zuletzt auf den aktuellen PRISM-Skandal zurückzuführen.

Wirtschaft reagiert mit Einschränkungen auf Sicherheitsbedenken

Als Reaktion auf das zunehmende Bewusstsein für Sicherheitsrisiken im Netz verzichtet laut BITKOM inzwischen fast jedes zweite Unternehmen (46 Prozent) auf bestimmte Aktivitäten im Netz. So werden insbesondere geschäftliche Transaktionen nicht mehr über das Internet abgewickelt und keine vertraulichen Daten mehr per E-Mail versendet. Auch die Nutzung von öffentlichen Cloud-Diensten und die Beteiligung in sozialen Netzwerken stellen einige Unternehmen aus Sicherheitsgründen ein.

Verzicht auf Sicherheitssoftware wegen mangelnden Wissens

Wer sein Internetverhalten nicht einschränken will oder kann, der sollte eine professionelle Sicherheitssoftware nutzen, um Daten zuverlässig vor Angreifern zu schützen. Viele Internetnutzer verzichten jedoch bislang auf solche Programme – jedoch nicht aus Bequemlichkeit oder Gleichgültigkeit, sondern weil ihnen Informationen darüber fehlen, wie sie sich adäquat schützen können. Dies geht ebenfalls aus der BITKOM-Studie hervor, bei der rund zwei Drittel der 1.000 befragten Unternehmen angaben, sich nicht genügend mit Sicherheitssoftware auszukennen.
Marco Barenkamp, Vorstand des Softwaredienstleisters LMIS AG aus Osnabrück, fordert deshalb: „Die Bürger müssen umfassend über IT-Sicherheit und die entsprechenden Schutzmöglichkeiten aufgeklärt werden“. Der IT-Experte ist der Auffassung, dass der erste Schritt hierzu durch den Ausspähskandal bereits erreicht sei: „Die Menschen sind durch die NSA-Affäre für das Thema IT-Sicherheit sensibilisiert. Die aktuelle Debatte um PRISM und Tempora hat ein Problembewusstsein für die Wichtigkeit des Datenschutzes geschaffen, das genutzt werden sollte“, so Barenkamp.

Individueller IT-Schutz für private Nutzer & Unternehmen

Die Aufklärung über Datenschutzmaßnahmen soll sowohl Privatleute als auch Unternehmen dazu aufrufen, ihre Daten in Zukunft aktiver zu schützen. Eine gute Möglichkeit zum Schutz von Daten ist die Verschlüsselung: „Gerade für Unternehmen kommt es auf absolute Sicherheit an. Die IT-Consultants der LMIS AG achten deshalb bei der Entwicklung jeder Unternehmenssoftware darauf, dass die Daten so verschlüsselt werden, dass potentielle Angreifer keine Chance haben, auf geheime Daten im Backend einer Software zuzugreifen“, erklärt Barenkamp.
Bislang nutze nur eine erschreckende Minderheit Verschlüsselungen und Anonymisierungsdienste, so der IT-Experte. Er rät Unternehmen, sich von IT-Dienstleistern über individuelle Sicherheitskonzepte beraten zu lassen. Denn jedes Unternehmen habe spezifische Ansprüche und Anforderungen an die Datensicherheit und benötige entsprechend individuelle IT-Sicherheitslösungen.

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So können private Internetnutzer & Unternehmen ihre Daten schützen:

– Anti-Viren-Programme installieren
– Firewall einrichten
– sichere Passwörter wählen und regelmäßig ändern
– Daten zusätzlich sichern (z. B. auf externen Datenträgern oder in einer privaten Cloud)
– Meta-Suchmaschinen nutzen, die keine persönlichen Daten speichern (z.B. https://duckduckgo.com)
– Anonymisierungsdienste einrichten (u. A. zum Verbergen der IP-Adresse):
– Internetverbindungen tunneln via Virtual Private Network (kurz: VPN)
– Tor-Netzwerk nutzen
– Proxy-Server einsetzen
– Zugriffsrechte gründlich verwalten
– Verschlüsselungsprogramme für Dateien und E-Mails einsetzen

Weitere Informationen unter:
http://www.lmis.de