„wir pflegen“ e.V., Deutschlands Interessenvertretung für pflegende Angehörige, ist neues Mitglied im „Bündnis für Gute Pflege“. Beide Organisationen haben sich zum Ziel gesetzt, die Pflegesituation in Deutschland zu verändern: Bessere Leistungen und Unterstützung für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige, bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten sowie eine solidarische und paritätische Finanzierung gehören zu den zentralen Forderungen des „Bündnis für Gute Pflege“.
„wir pflegen“ Vorstandsmitglied Dr. Hanneli Döhner erklärt: „Pflegende Angehörige sind die wichtigsten Leistungsträger in der Pflege – Deutschlands größter „Pflegedienst“! Sie benötigen gebührende gesellschaftliche Anerkennung und Unterstützung. Deshalb freuen wir uns, dass unsere Forderungen für pflegende Angehörige für umfassende Beratung, Entlastungsstrukturen und Vereinbarkeit von Pflege und Beruf konkret im Bündnis verankert sind. Und wir werden unseren Beitrag leisten, sie gemeinsam mit diesen starken Bündnispartnern in die Politik zu tragen.“
Ihren Beitrittswillen zum Bündnis hatten die Mitglieder bereits im April 2012 einstimmig beschlossen. Mitglied Agathe Engert, alleinerziehende Mutter von drei Kindern (zwei haben das Asberger Syndrom), meint dazu: „Wer in Deutschland pflegt, kommt schlecht weg. Meine Familie lebt gezwungenermaßen von Hartz IV, nur weil ich seit 20 Jahren, Tag für Tag von 5 Uhr morgens bis oft nach 22 Uhr, behinderte Familienmitglieder pflege. Zwischen der Rhetorik der Regierung und der Realität liegen Welten – das muss sich dringend ändern. Unser Beitritt zum „Bündnis für Gute Pflege“ gibt mir und Tausenden von Menschen etwas Hoffnung.“
Für die Initiative „Armut durch Pflege“, die zu den Schwerpunkthemen des Vereins „wir pflegen“ gehört, begrüßt Mitglied Sebastian Fischer vor allem die Bündnis-Forderung nach einer gerechten Finanzierung: „Unser Pflegesystem in Deutschland diskriminiert pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen. Deshalb unterstützen wir die Aktivitäten, die zu einer Erweiterung der Einnahmebasis und einer Dynamisierung der Leistungen führen. Familienpflege darf das Armutsrisiko nicht erhöhen, schon gar nicht in einem so wohlhabenden Land wie Deutschland“.
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