London, 4. Dezember. Für institutionelle Investoren hat bei nachhaltigen Infrastruktur-Investitionen die Performance die größte Bedeutung. Faktoren des Socially Responsible Investing (SRI) räumen sie hingegen einen niedrigeren Stellenwert ein. Mit 63 Prozent gaben annähernd zwei Drittel der Befragten an, dass Rendite für sie der Hauptgrund für die Investition in Erneuerbare Energien sei, nur sechs Prozent führten ethische und ökologische Gründe an. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der auf alternative Investmentlösungen spezialisierten Investmentgesellschaft Aquila Capital hervor.(1) „Dass für institutionelle Investoren bei nachhaltigen Infrastruktur-Investitionen in erster Linie die attraktiven Renditen relevant sind, bestätigen auch unsere eigenen Erfahrungen. Unsere strategische Wasserkraft-Partnerschaft zur Entwicklung der europäischen Wasserkraftinfrastruktur mit APG in Höhe von 500 Millionen Euro belegt diesen Trend“, so Roman Rosslenbroich, CEO von Aquila Capital.
Nach der Rendite als Hauptgrund für eine Investition in Erneuerbare Energien folgt Diversifikation mit 12 Prozent auf Rang zwei. „Da Diversifikation für den Erfolg eines Portfolios entscheidend ist, sollten Investitionen über verschiedene Assetklassen, regulatorische Rahmenbedingungen und Strompreisstrukturen gestreut werden. Die Kombination von Projekten, die attraktive risikobereinigte, langfristige Erträge generieren, ist jedoch eine komplexe Aufgabe. In einem sich rasch entwickelnden Umfeld, dessen politische und regulatorische Rahmenbedingungen sich verändern, ist ein aktiver Asset-Management-Ansatz unabdingbar“, so Rosslenbroich weiter.
Insgesamt gaben 52 Prozent der Befragten an, dass Infrastruktur-Investitionen bislang durchschnittlich 4 Prozent ihrer Asset-Allokation ausmachen. Für die Zukunft belegt die Umfrage jedoch ein steigendes Interesse. So erwarten 69 Prozent der Befragten, dass institutionelle Investoren ihre Investitionen in nachhaltige Infrastruktur in den kommenden drei Jahren erhöhen werden, 14 Prozent rechnen sogar mit einem sehr deutlichen Anstieg. Die Erwartung eines künftigen Engagements hängt damit zusammen, dass über zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten die Renditeaussichten für Infrastruktur-Investments positiv einschätzen, 14 Prozent sehr positiv. Mit einer tendenziell eher negativen Entwicklung rechnen nur 14 Prozent. Der Umfrage zufolge wird in den kommenden Jahren das Interesse an Windkraft am stärksten steigen. So rechnen 64 Prozent der Befragten damit, dass institutionelle Investoren ihr Engagement in diesem Bereich erhöhen werden, 15 Prozent rechnen sogar mit einem deutlichen Anstieg. 53 Prozent erwarten zudem ein steigendes Engagement im Biogas-Segment, 50 Prozent in der Photovoltaik- und 35 Prozent in der Wasserkraft-Branche.
Laut den Umfrageergebnissen war die Performance von Photovoltaik-Investments in den vergangenen drei Jahren am besten. 39 Prozent gaben an, dass die Ertragserwartungen erreicht oder sogar überschritten wurden. Windkraft folgt mit 33 Prozent sowie Wasserkraft und Biogas mit jeweils 30 Prozent. Beliebteste Investmentvehikel für nachhaltige Infrastruktur-Investitionen sind mit jeweils 29 Prozent Direktbesitz und Spezialfonds, gefolgt von geschlossenen Fonds mit 24 Prozent sowie Club Deals/Co-Investments mit 9 Prozent.
(1) Die Umfrage wurde am 27. Juni 2014 unter 64 institutionellen Investoren in Europa durchgeführt