
„Warum ist der kleine Wecker eigentlich leiser als der große?“, fragte Odysseums-Edutainer „Hartmut“ die drei Mädchen bei ihrem Besuch im Kölner Abenteuermuseum. In einer exklusiven Work-Show zum Thema Schall erklärte er Titi (13), Vuvu (11) und Soya (11), was Schall eigentlich ist, wo er herkommt und wie man ihn sichtbar machen kann. Die Kinder durften selbst experimentieren und sich ausprobieren; einiges kannten sie sogar schon aus der Schule. „Hartmut ist sehr witzig, das war echt eine lustige Show“, kommentierte Vuyelma den Museumsbesuch. Doch nicht nur Odysseum, Kölner Dom und Phantasialand standen auf ihrem Ausflugsprogramm – auf Einladung der Kölner Unternehmerin und Wirtschaftsbotschafterin Nelly Kostadinova erhielten die drei jungen Südafrikanerinnen auch Einblicke in Kölner Unternehmen und die Stadtgeschichte. Die Mädchen besu-chen in Johannesburg die Jugendorganisation Youth Alive Ministries (YAM), die Kostadinova seit mehreren Jahren vor Ort persönlich unterstützt. „Ich habe bereits viel von den Menschen in Südaf-rika gelernt, das ich mit nach Deutschland gebracht habe: Wissen und Werte. Jetzt wollte ich den Menschen etwas zurückgeben und den Mädchen die Möglichkeit geben, etwas aus Deutschland mit nach Johannesburg zu bringen“, erklärt die Gründerin des weltweit tätigen Übersetzungs- und Dolmetscherbüros Lingua-World.
Die drei Mädchen wurden vergangene Woche sogar im historischen Rathaus empfangen. Bürgermeister Andreas Wolter nahm sich Zeit, um die Mädchen durch das Gebäude zu führen und ihnen etwas über die Geschichte Kölns zu erzählen. Beim Fernsehsender RTL West erhielten die Drei Einblicke in den Redaktionsarbeit von Fernsehmachern, die Patisserie Törtchen Törtchen lud sie zu einem Back-Kurs ein, bei dem sie lernten, wie man leckere Cupcakes zubereitet. „Die Mädchen haben alle schon einen Berufswunsch, sie wollen erfolgreich werden und etwas bewegen. Das wollte ich gerne unterstützen Die Drei sind zwar noch sehr jung, aber ich halte es für wichtig, sie früh zu inspirieren und zu ermutigen, ihren Weg zu gehen und ihre Träume zu verfolgen. Ich wün-sche mir, dass sie diese Inspiration mit nach Hause nehmen und dort etwas verändern. Denn eine dauerhafte Entwicklung ist nur möglich, wenn sie aus der Mitte der Bevölkerung heraus wächst“, so Kostadinova über den Hintergrund der Unternehmenserkundungen.
Mut, seine Träume – auch unter widrigen Bedingungen – nicht aus den Augen zu verlieren, machte auch Para-Leichtathletin Irmgard Bensusan. Die aus Südafrika stammende amtierende Sprint-Weltmeisterin des TSV Bayer 04 Leverkusen nahm sich die Zeit, um mit ihren „Landsdamen“ zu trainieren und von ihrem Unfall zu berichten, der in Südafrika ihr sportliches Aus bedeutet hätte. In Deutschland konnte sie im Behindertensport neu durchstarten. „Irmgard ist eine echte Inspirati-on“, fasste Kostadinova das Treffen mit der Sportlerin bewegt zusammen. Die Mädchen trainierten begeistert mit und nutzen die Chance, sich vor dem langen Rückflug noch mal ordentlich auszupowern.
Nelly Kostadinova
Vor 27 Jahren kam die gebürtige Bulgarin Nelly Kostadinova über ein Journalismus-Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung nach Köln. Sie erkannte die wirtschaftlichen Chancen in Deutschland und gründete 1997 das Übersetzungs- und Dolmetscherunternehmen Lingua-World. Heute gehört Lingua-World mit 18 Standorten auf zwei Kontinenten zu den erfolgreichsten Sprachdienstleistern auf dem deutschen Markt. Weltweit arbeiten mehr als 10.000 freie Übersetzer und Dolmetscher für das Kölner Unternehmen. Das Portfolio umfasst Übersetzungen, Dolmetscher-Services und Lokalisierungen, zum Beispiel von Software und Websites im 24-h-Service sowie internationales Marketing. Seit 15 Jahren engagiert sich Nelly Kostadinova in verschiedenen sozialen Projekten. 2016 wurde sie von der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker zur Wirtschaftsbotschafterin ernannt.