1. Kompetenzorchestrierung durch einen erfahrenen Orchestrator
Die Steuerung und Synchronisation von Kompetenzträgern in verschiedenen Schnittstellenfunktionen ist eine kleinteilige und hochkomplexe Aufgabe. Sie erfordert ein zielgerichtetes, verstehbares, einbeziehendes, persistentes und abwägendes Agieren auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Bei Innovationsprojekten sind vielschichtige Zusammenhänge und Abhängigkeiten zu berücksichtigen: in der Regel benötigen Unternehmen dafür über 10 Kompetenzen, synchronisieren mindestens 25 Teilprojekte und treffen nicht selten mehrere 100 Entscheidungen. Aus diesem Grund setzen Innovationsentscheider auf einen erfahrenen Orchestrator, der das Digitalgeschäft beherrscht. Ein wirksamer Orchestrator und Treiber des Innovationsmanagements ist in der Lage, ziel- und ergebnisgerichtet zu integrieren und zu steuern. Er hat die Fähigkeit, auf Top-Management-Ebene zu überzeugen und kann im Rahmen von digitalen Innovations- und Technologieprojekten abstrahieren, vereinfachen, modellieren und rekonfigurieren. Er ist in der Lage, einen Großteil seiner Schnittstellenpartner und Stakeholder für sich zu gewinnen und verfügt über hohes Kreativvermögen, um Innovationschancen frühzeitig zu erkennen oder selber zu schaffen.
2. Innovationsmethoden für Produkte, die niemals fertig werden
Inkubator-Verantwortliche setzen auf eine Reihe effektiver Innovationsmethoden. Dabei handelt es sich einerseits um Infrastruktur-Methoden, andererseits um Entwicklungsmethoden. Setzen Entscheider auf das Pareto-Prototyping-Prinzip, steigern sie ihre Time-to-Market, verringern ihre Cost-to-Market und erhöhen ihre Fit-to-Market. Das Pareto-Prototyping-Prinzip basiert auf 10 Innovationmethoden. Eine beispielhafte Methode des Pareto-Prototyping stellt die Pareto-Fokussierung dar: Da Produkte niemals fertig sind, sondern stetig weiterentwickelt werden, legen Innovatoren den Entwicklungsfokus in früher Innovationsphase auf die richtig gewählten Ausschnitte und in Summe auf die kleinste vermarktbare Einheit (Minimum Viable Product). Weitere beispielhafte Methoden stellen das Baukastenmodelle, wiederverwendbare Leistungsbausteine, technische Simulation und vergleichzeitigte Vervielfachung dar.
3. Innovationprozess: so flexibel wie nötig
Das Management digitaler Innovationsaktivitäten gleicht in vielen Fällen einem orchestrierten Abenteuer – jenseits von reglementierten, exakt geregelten Prozessen. In der Literatur finden sich Hunderte Ansätze auf Basis sequenzieller Innovationsprozesse, bei denen die Autoren mit der Ideengenerierung beginnen und der breiten Marktakzeptanz einer Innovation aufhören. Solche Ansätze laufen in der digitalen Innovationsökonomie Gefahr, nicht weit genug zu greifen. Phasenkonzepte mit streng-linearem Ablauf der Projektaktivitäten – jenseits von kreativen Freiräumen, vom Plan abweichenden Iterationen und ohne Duldung von Irrwegen – erweisen sich in der Praxis als eng geschnürtes „Innovationskorsett“ und sind weniger praktikabel. Dabei brauchen beim Management digitaler Innovationen Flexibilität und Effizienz nicht im Widerspruch zueinander stehen. Weitsichtige Unternehmenslenker entscheiden sich für Innovationsprozesse, die so flexibel wie nötig sind, die Raum für kreative Ausflüge bieten, Iterationen und Sprünge zwischen Prozessphasen innerhalb der Leitplanken ermöglichen und Ressourcen dabei trotzdem effizient allokieren.
4. Zwei Gruppen von Innovationswerkzeugen
Auf die richtigen Innovationswerkzeuge kommt es an, wenn es darum geht, Projektziele sicher zu erreichen und alle Projektbeteiligten möglichst wirksam zu unterstützen. Dabei setzen Innovationsverantwortliche einerseits auf Infrastruktur-Werkzeuge und andererseits auf Prozess-Werkzeuge, die in allen Prozessphasen eine ressourcenschonende, qualitätsgesicherte und kreative Arbeitsweise gewährleisten. Bei der Werkzeugauswahl stehen Bewährtheit der Innovationswerkzeuge, deren benutzerfreundliche Handhabung und ein hinreichender Flexibilisierungsgrad im Vordergrund.
5. Optimierungskreislauf
Innovationsinkubatoren werden Schritt für Schritt in die Infrastruktur des Unternehmens implementiert. Mit jeder weiteren Innovationsentwicklung und Marktfähigkeitsüberprüfung von neuen Produktkandidaten wird der Inkubator solange im organisatorischen Gefüge feinjustiert und mit Ressourcen ausgestattet, bis das Unternehmen einen funktionalen Inkubator-Betrieb gewährleisten kann.
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http://digitale-innovation.de