Der aktuelle Deloitte Global Economic Outlook für
das dritte Quartal 2010 zeigt: Viele Staaten kämpfen derzeit mit
einem hohen Haushaltsdefizit. Verantwortlich sind sinkende
Steuereinnahmen bei krisenbedingt gestiegenen Ausgaben. In der ersten
Jahreshälfte 2010 hat sich die Wachstumsdynamik in den meisten
Wirtschaftsräumen jedoch spürbar verbessert. Dies lässt Staaten
zumindest einnahmensseitig auf Erleichterung hoffen. So werden in
Deutschland wieder Arbeitsplätze geschaffen, Japan zeigt
erstaunliches Wachstum, auch Russlands Wirtschaft steht besser da als
erwartet. In den USA hingegen lässt eine nachhaltige Erholung am
Arbeitsmarkt auf sich warten, China muss sich intensiv mit seiner
Preis- und Währungspolitik beschäftigen und in Indien hängt die
Entwicklung in großen Teilen vom Monsun ab.
„Die Weltwirtschaft erholt sich – doch stellt sich die Frage der
Nachhaltigkeit. Die Regierungen müssen sich verstärkt Gedanken um
ihre vor und in der Krise sprunghaft angestiegenen Schulden machen.
Dabei stellt sich die prinzipielle Frage nach weiterem Stimulus oder
striktem Sparkurs. Beide Optionen beinhalten Chancen und Risiken“,
kommentiert Dr. Elisabeth Denison, Leiterin Research bei Deloitte
Deutschland.
EU-Zone: Aufschwung mit Fragezeichen
Trotz Schulden- und Währungskrise zeigt der Euro-Raum eine
deutliche Aufwärtsbewegung. Die Schwäche der Gemeinschaftswährung
beflügelt die Exporte und die einzelnen Volkswirtschaften zeigen sich
robuster als erwartet. In Deutschland wollen Unternehmer wieder
Stellen auf- statt abbauen. Die europäischen Regierungen müssen nun
die Weichen für die künftige Haushaltspolitik stellen. Trotz der
Gefahr, den Aufschwung durch Konsolidierungsmaßnahmen zu bremsen,
scheint ein Sparkurs in Anbetracht der demografischen Entwicklung
unumgänglich. Doch vor allem im Vereinigten Königreich droht der
Sparkurs das zarte Wachstum der ersten Quartale 2010 abzuwürgen –
hier sprechen manche Experten von einem möglichen Double Dip .
Mehrheitlich rechnen sie jedoch mit einer stetigen, wenn auch sehr
langsamen Erholung.
USA: Vertrauen noch nicht zurückgekehrt
In den USA ist das Verbrauchervertrauen noch nicht zurückgekehrt,
der Arbeitsmarkt ist schwach und mit Auslaufen der staatlichen
Maßnahmen verschlechtert sich auch die Lage auf dem Immobilienmarkt
wieder. Entscheidend ist die Entwicklung in Europa und China: Ein
schwacher Euro und ein langsameres chinesisches Wachstum können
fatale Folgen für die USA haben. Hinzu kommt, dass sich die Regierung
vor dem Hintergrund des aufgehäuften Schuldenberges zwangsgedrungen
aus ihrer aktiven Rolle zurückzieht und eine neutralere Position
einnimmt. Anders als in Großbritannien ist ein Double Dip aber kaum
zu befürchten, sodass auch hier die Erholung stetig, jedoch langsamer
als erwartet stattfinden wird.
Japan: stark aus der Krise
Japan überrascht – das Land der aufgehenden Sonne profitiert stark
vom weltweiten Aufschwung, der Export brummt. Noch vor Jahresfrist
als notorisches Sorgenkind bezeichnet, kann Japan trotz unveränderter
Probleme wie Ãœberalterung und strukturellem Defizit die steigende
Nachfrage nach japanischen Produkten vor allem in den USA, China,
Südkorea und Taiwan nutzen. Für 2010 wird mit einem Wachstum von etwa
drei Prozent gerechnet – Schwachstelle bleibt die Binnennachfrage.
China: Inflation immer im Blick
Chinas Wirtschaft wächst bis an die Grenze der Überhitzung. Die
Herausforderungen zeigen sich im exponentiellen Anstieg der
Konsumgüterpreise und im Immobilienmarkt. Nachdem die chinesische
Regierung mit Stimuluspaketen eine Wende in der Geldpolitik
eingeleitet hat, muss sie verstärkt auf inflationsrelevante
Wechselwirkungen achten. Ein weiteres Phänomen ist der zunehmende
Arbeitskräftemangel einschließlich entsprechender Lohnentwicklung –
und damit eine Verschiebung der Wirtschaft hin zur Produktion von
Gütern mit höherem Wertschöpfungsanteil. Ein Dauerthema bleiben die
Währungspolitik und deren außenpolitische Aspekte.
Indien: Warten auf den Regen
In Indien hängt die wirtschaftliche Entwicklung vom Monsun ab. Er
beeinflusst nicht nur die Preisentwicklung in Schlüsselbereichen,
sondern ist auch maßgeblicher Faktor für gesamtwirtschaftliche
Prognosen. Abseits davon zeigt sich Indien mit einem Wachstum von 7,4
Prozent in 2010 weiterhin krisenresistent. Die Freigabe der
Benzinpreise könnte zum Inflationstreiber werden – präventiv hat die
indische Zentralbank die Zinsen bereits um 25 Basispunkte erhöht.
„Nicht nur China und Indien, auch die anderen beiden BRIC-Staaten
geben Anlass zum Optimismus. Russlands Erholung schreitet unerwartet
kräftig voran, in Brasilien besteht sogar die Gefahr einer
Überhitzung. Für das kommende Jahr wird allerdings mit einer leichten
Abschwächung gerechnet“, schließt Dr. Elisabeth Denison.
Den kompletten Report finden Sie unter
http://www.presseportal.de/go2/Report04082010 zum Download.
Ende
Ãœber Deloitte
Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen
Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance
für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit
einem Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 140 Ländern
verbindet Deloitte erstklassige Leistungen mit umfassender regionaler
Marktkompetenz und verhilft so Kunden in aller Welt zum Erfolg. „To
be the Standard of Excellence“ – für rund 169.000 Mitarbeiter von
Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch
zugleich.
Die Mitarbeiter von Deloitte haben sich einer Unternehmenskultur
verpflichtet, die auf vier Grundwerten basiert: erstklassige
Leistung, gegenseitige Unterstützung, absolute Integrität und
kreatives Zusammenwirken. Sie arbeiten in einem Umfeld, das
herausfordernde Aufgaben und umfassende Entwicklungsmöglichkeiten
bietet und in dem jeder Mitarbeiter aktiv und verantwortungsvoll dazu
beiträgt, dem Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit gerecht zu
werden.
Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited, eine
„private company limited by guarantee“ (Gesellschaft mit beschränkter
Haftung nach britischem Recht), und/oder ihr Netzwerk von
Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich
selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der
rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu Limited und ihrer
Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns .
© 2010 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Pressekontakt:
Isabel Milojevic
Leiterin Presse
Tel: +49 (0)89 29036 8825
imilojevic@deloitte.de