Im Kampf gegen Ladendiebstahl – „Darf ich einmal unter Ihre Tasche schauen?“

Jährlich werden in Deutschland rund 500.000 Ladendiebstähle zur Anzeige gebracht. Dadurch entstehen für Unternehmen über vier Milliarden Euro Verluste. Dabei ist die Zahl der tatsächlichen Diebstähle sogar noch um einiges höher, denn nur ein Bruchteil wird überhaupt bemerkt: Mehr als 90 Prozent der Diebstähle bleiben laut Experten unentdeckt. Um diesen Zahlen entgegenzuwirken müssen Unternehmen ihre Mitarbeiter dementsprechend schulen und feinfühlig machen, sonst kann es zu erheblichen Schäden und hohen Inventurdifferenzen kommen.

Bevorzugt lassen die Diebe gut beworbene Markenartikel mitgehen, dabei gehören Rasierklingen, Spirituosen und Kosmetikartikel zu den beliebtesten Produkten. Viele Einzelhändler treffen bereits Sicherheitsmaßnahmen mit elektronischen Warensicherungssystemen. Im Getränkehandel gibt es solche Systeme zunehmend besonders an teuren Produkten wie beispielsweise Markenspirituosen. Darüber hinaus setzen viele Unternehmen vermehrt Kaufhausdetektive ein, um die Diebe auf frischer Tat zu ertappen – auch City-Streifen in der Stadt sollen Abhilfe schaffen.

Ein zentraler Aspekt liegt in der Sensibilisierung und dem Verhalten der Mitarbeiter, deswegen sind weitere entscheidende Maßnahmen für die Identifizierung von Diebstählen Aufmerksamkeits-Testkäufe, Mitarbeiterschulungen und Klau-Trainingstestkäufe.

Kassen-Checks machen Mitarbeiter für Diebstahlversuche empfindsam, wodurch zahlreichen Diebstählen vorgebeugt wird. Dabei gibt es zwei Varianten: Zum einen Mystery-Checks, bei denen speziell geschulte Testkäufer anhand exakt definierter Warenkörbe probieren Manipulationspotenziale an die Oberfläche zu bringen. Sie testen, ob die Kassenkraft darauf aufmerksam wird. Dafür setzen sie verschiedene Manipulationsvarianten ein, wie beispielsweise in der Einkaufstasche, im Wagen oder in Verkaufskartons ähnliche, aber verschiedenpreisige Produkte zu platzieren.

Bei den Klau-Trainingstestkäufen als zweite Variante erhalten die Testkunden genaue Anweisungen, was sie kaufen und wie sie versuchen sollen ihr Diebesgut an der Kasse vorbei zu schleusen. Im Anschluss dokumentieren sie mithilfe eines Fragebogens, ob alle Artikel korrekt kassiert wurden und weisen die etwaige Differenz aus. Abschließend erfolgt die Waren-Retournierung und optional ein Feedbackgespräch mit dem Filialleiter oder dem zuständigen Mitarbeiter, in dem der Testkäufer sich zu erkennen gibt und der Fragebogen besprochen wird. Klau-Trainingstestkäufe dienen der Überprüfung des Verkaufs- und Sicherheitspersonals sowie der Sensibilisierung der Mitarbeiter.

Vor allem für die Abteilungen Revision und Controlling sind die beiden dargestellten Typen von Kassen-Checks von hoher Bedeutung. Die Auftraggeber können so schnell und sicher erfahren, wie Kassier-Standards umgesetzt werden und ihr Personal im Fall eines Diebstahlversuchs reagiert.

Zum Beispiel MSM Group bietet Kassen-Checks an. MSM Group hat durch verschiedene Projekte die Erfahrung gemacht, dass Mitarbeiter, die von Testkäufern mit einem summarischen Warenkorb von durchschnittlich 20 Prozent kassierten und 80 Prozent geklauten Waren konfrontiert werden, ernsthaft betroffen sind und zu einer höheren Aufmerksamkeit tendieren.