Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchner Ifo-Instituts, prangert die deutschen Exportüberschüsse an. „Die hohen Ãœberschüsse der vergangenen Jahre sind historisch eher die Ausnahme. Es ist ungesund, Ãœberschüsse in Höhe von sieben Prozent der Wirtschaftsleistung zu haben“, sagte Sinn im Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. Damit erhalten die internationalen Kritiker der deutschen Wirtschaftspolitik Beistand von ungewohnter Seite. Zuletzt hatte die US-Regierung die deutsche Exportstärke als problematisch bezeichnet, aus Brüssel droht der Bundesrepublik eine Abmahnung wegen der hohen Ãœberschüsse. Laut Sinn sind die Exportüberschüsse für Deutschland ein Verlustgeschäft, weil Spargelder ins Ausland abfließen und womöglich nicht zurückbezahlt würden. „In Griechenland zum Beispiel gab es einen Schuldenschnitt. Ein Teil der deutschen Ersparnisse im Ausland wurde also einfach ausradiert.“ Es sei deshalb sinnvoller, Geld im Inland auszugeben. „Es wäre besser gewesen, mehr in Deutschland zu investieren, um die heimische Wirtschaft produktiver zu machen. Die Exportwirtschaft hat gute Geschäfte gemacht, aber weite Teile der Bevölkerung haben davon nicht profitiert“, sagte er.
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