Indien zählt zu den weltweit
wachstumsstärksten Automobilmärkten. Dies gilt insbesondere für den
Nutzfahrzeugsektor. So stieg der Absatz von Nutzfahrzeugen in den
ersten acht Monaten des laufenden Jahres um 60 Prozent auf 432.200
Einheiten. Dies spiegelt sich auch auf der 63. IAA Nutzfahrzeuge
wider – die Zahl der Aussteller aus Indien hat sich um 30 Prozent
erhöht.
Auch der „IAA-Indien-Tag“, den der Verband der Automobilindustrie
(VDA) in Kooperation mit seinen Partnern in Indien – dem
Zulieferverband ACMA, dem Herstellerverband SIAM sowie dem indischen
Industrieministerium und der Deutsch-Indischen Handelskammer IGCC –
mittlerweile zum fünften Mal durchführte, stieß auf großes Interesse.
Auf der vierstündigen Veranstaltung wurden die Markt- und
Kooperationsperspektiven in Indien intensiv beleuchtet. Neben
Vorträgen von Automobilherstellern und -zulieferern hatten die
Teilnehmer die Möglichkeit, direkt Kontakt mit indischen Unternehmen
aufzunehmen. Zudem konnten sich die Gäste über die Arbeit der
deutsch-indischen Arbeitsgruppe Automobil und die Indien-Aktivitäten
des VDA informieren.
VDA-Präsident Matthias Wissmann betonte zum Auftakt des
„IAA-India- Day“: „Unser Verband pflegt eine lange und intensive
Partnerschaft mit den indischen Partnerverbänden ACMA und SIAM. Dabei
versteht sich der VDA als Plattform für die indische und deutsche
Industrie – wir helfen beim Aufbau von Kontakten, stellen
Informationen zur Verfügung und setzen uns für einen verbesserten
Marktzugang beim deutsch-indischen Handel ein.“ Der „IAA-India-Day“
sei hierfür ein wesentlicher Baustein.
Es sei positiv zu bewerten, dass Indien mit der Europäischen
Kommission über ein Freihandelsabkommen verhandle, unterstrich
Wissmann. Indien sei gerade im Automobilbereich ein wichtiger
Handelspartner. So wurden im vergangenen Jahr Kraftfahrzeuge im Wert
von 260 Mio. Euro von Indien nach Deutschland exportiert, während im
Gegenzug der Exportwert von Fahrzeugen aus Deutschland nach Indien
knapp ein Drittel so hoch war. Wissmann: „Gerade im automobilen
Handel wird ein Freihandelsabkommen für beide Seiten – Indien und die
EU – Vorteile haben. Wir sprechen uns dabei für einen breiten
Zollabbau aus – wo nötig, mit angemessenen Ãœbergangsfristen.“
Die Automobilindustrie in Indien ist auf einem bemerkenswerten
Wachstumskurs. Im gesamten Jahr 2010 werde in Indien der Markt für
leichte Nutzfahrzeuge (bis 3,5t) um rund ein Viertel auf 310.000
Einheiten wachsen. Selbst im Krisenjahr 2009 verzeichnete dieses
Segment ein Plus von rund einem Fünftel. Die Klasse der schweren
Nutzfahrzeuge (über 6t) werde im laufenden Jahr sogar um rund die
Hälfte auf 290.000 Einheiten zulegen. „Indien ist robust aus der
weltweiten Krise hervorgegangen – und nunmehr ein Zugpferd der
weltweiten Konjunktur“, betonte der VDA-Präsident.
Auch als Produktionsstandort werde Indien immer bedeutsamer. Im
Jahr 2010 werde die dortige Fertigung von Nutzfahrzeugen (über 6t) um
ein Fünftel auf 555.000 zulegen, während die weltweite Produktion in
dieser Klasse lediglich um 10 Prozent steigt. Der Subkontinent stellt
damit 2010 bereits knapp 5 Prozent der Weltproduktion von Lkw über
6t. Deutsche Hersteller und Zulieferer seien auf diesem
Wachstumsmarkt verstärkt präsent, betonte Wissmann: „Allein die
deutschen Zulieferer haben heute mehr als 60 Betriebsstätten in
Indien.“
Staatsekretär Meena vom indischen Ministerium für Schwerindustrie
und staatliche Unternehmen hob die gute Zusammenarbeit zwischen
Deutschland und Indien hervor und kündigte neue Projekte an, unter
anderem in der Forschung. Die Präsidenten der beiden indischen
Automobilverbände SIAM und ACMA, Pawan Goenka, Vorstandsvorsitzender
von Mahindra, und Srivats Ram, Geschäftsführer von Wheels India,
erläuterten die großen Wachstumschancen in Indien und die damit
verbundenen Möglichkeiten für deutsche Zulieferer. Marc Llistosella,
Präsident von Daimler Commercial Vehicles India, erläuterte den
indischen und deutschen Zulieferern die angestrebte Lokalisierung der
Produktion in Indien. Abhay Firodia, Vorstandsvorsitzender von Force
Motors, hob die Chancen und Besonderheiten der deutsch- indischen
Zusammenarbeit hervor. Force hat ein Joint Venture in Indien mit MAN.
Ansprechpartner:
Eckehart Rotter
VDA
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