Homeoffice ist nicht für alle gleich: von unzufriedenen Ablehnern bis begeisterten Homeoffice-Fans

Homeoffice ist nicht für alle gleich: von unzufriedenen Ablehnern bis begeisterten Homeoffice-Fans
6 Homeoffice Typen
 

Insgesamt lassen sich sechs Homeoffice Typen beschreiben. Ausschlaggebend für die einzelnen Typen sind die Faktoren Struktur, Ruhe, persönlicher Kontakt mit den Kollegen, Verhalten der Führungskraft und die Ausstattung am Homeoffice Arbeitsplatz.

Die Homeoffice Ablehner machen 20 Prozent der Erwerbstätigen aus. Sie sind eher jünger und häufig männlich. Dieser Typ ist generell unzufrieden im Homeoffice und bewertet alle Kriterien, wie Arbeitsmittel, Struktur, Ruhe und Austausch mit dem Team und der Führungskraft deutlich negativer. Nachvollziehbar, dass sich die Homeoffice Ablehner zukünftig weniger Homeoffice wünschen. Der größte Teil dieser Gruppe kann sich maximal 2 Tage Homeoffice pro Woche vorstellen; ein Fünftel von ihnen will sogar ganz darauf verzichten.

Etwa 10% sind zufriedene Homeoffice Individualisten, die jedoch die Kommunikation und die Teambindung bemängelt. In dieser Gruppe sind etwas häufiger Frauen (56%) und eher etwas älter Personen vertreten, die häufig alleine leben. Vertreter dieses Typs haben sehr oft einen eigenen Arbeitsplatz eingerichtet, können störungsfrei, gut strukturiert und effektiv arbeiten, haben Spaß und vermissen ihr Team nicht. Nicht zufrieden ist der Homeoffice Individualist aber mit seiner Führungskraft und dem Informationsfluss. Gleichwohl überwiegen die positiven Aspekte und der Zufriedene Homeoffice Individualist kann sich mehrheitlich für die Zukunft 2-3 Tage Homeoffice vorstellen.

Ein Drittel sind klare Homeoffice Fans (30%). Die Fans sind etwas älter, häufig zwischen 40-54 Jahre alt und leben in 2-Personenhaushalten. Sie sind generell mit Homeoffice sehr zufrieden, können strukturiert und in Ruhe arbeiten und haben überdurchschnittlich viel Spaß dabei. Auch der Austausch mit den KollegenInnen, die Einbindung ins Teams und der Informationsfluss werden außerordentlich gut bewertet. Aufgrund ihrer Erfahrungen und Kenntnisse der Betriebsstrukturen sind sie weiterhin gut vernetzt und es ist für sie unerheblich von wo sie arbeiten. Kein Wunder also, dass sich ein Drittel dieser Gruppe wünscht, ausschließlich im Homeoffice zu arbeiten.

Etwa 15 Prozent der ArbeitnehmerInnen gehören zu den familiär Beanspruchten. Diese Personen sind im Schnitt jünger, mehrheitlich unter 40 Jahre alt und leben überdurchschnittlich häufig in Mehrpersonenhaushalten. Dieser Typ wird häufig von Familienmitgliedern abgelenkt, neigt stark dazu, privates und berufliches zu vermischen und kann seltener als andere in Ruhe arbeiten. Familiär Beanspruchte vermissen stark den persönlichen Kontakt zum Team und fühlen sich im Homeoffice – trotz Familienbindung – einsam. Daher würde der Mehrheit dieser Gruppe 1-2 Tage Homeoffice pro Woche vollkommen ausreichen.

Jeder Zehnte (10%) gehört zu den Ausstattungslosen, die zu Hause keinen richtigen Homeoffice Arbeitsplatz haben und denen die Arbeitsmittel fehlen. Er oder sie kann deshalb weniger gut strukturiert arbeiten, bewertet die eigene Arbeit weniger häufig als effektiv und hat kaum Spaß so zu arbeiten. Ãœberwiegend handelt es sich beim Ausstattungslosen um junge Menschen, die häufig alleine leben. Er oder sie kann sich maximal 2 – lieber weniger – Tage im Homeoffice vorstellen.

Die Teamvermisser machen ca. 16% der ArbeitnehmerInnen aus, kommen in allen Altersgruppen vor und leben überdurchschnittlich häufig alleine. Dieser Typ hat zwar technisch die benötigte Ausstattung am Homeoffice Arbeitsplatz und auch die Kommunikation mit der Führungskraft sowie der Informationsfluss funktionieren gut. Was bei diesem Typ jedoch fehlt, ist das Soziale und der persönliche Kontakt zu den KollegInnen. Mehr als die Hälfte wünscht sich daher zukünftig max. 2 Tage Homeoffice pro Woche.