Hilft der Staat bei privater Pleite?

Wenn Konzerne, wie in diesen Tagen die Drogeriekette Schlecker, zahlungsunfähig werden können sie sich unter bestimmten Voraussetzungen mit Hilfe des Staates retten.

Viele werden jetzt denken, das ist nicht gerecht, wenn einem großen Konzern geholfen wird und der kleine Mann womöglich auf der Straße landet, weil ihm niemand hilft. Immer mehr Privathaushalte geraten nämlich in die Schuldenfalle. Ein Kredit zu viel, unvorsichtiger Umgang mit Kreditkarten oder Internetkäufen, unvorhergesehene Ausgaben und dann womöglich Verlust der Arbeit oder eine Krankheit – und schon befindet man sich in einer Lage, die hoffnungslos zu sein scheint.

Fakt ist aber, dass auch Privatpersonen sehr wohl geholfen werden kann – es besteht für jedermann die Möglichkeit, Privatinsolvenz anzumelden.

Dafür muss ein Antrag für das Verfahren gestellt werden. Zunächst muss der Schuldner aber versuchen, sich mit seinen Gläubigern zu einigen.

Sollte mit den Gläubigern keine Lösung gefunden werden muss ein Rechtsanwalt oder eine Schuldnerberatungsstelle eine Bescheinigung ausstellen, und das Insolvenzverfahren kann beim Insolvenzgericht eingeleitet werden.

Mit einer eidesstattlichen Versicherung gibt man nun Vermögenswerte und aktuelles Einkommen an. Kredite, Waren auf Rechnung, Handyverträge erhält man dann daraufhin nicht mehr. Pfändbares Vermögen wird liquidiert und zur Tilgung der Schulden genutzt.

Während der Dauer von sechs Jahren wird dann ein Teil des Einkommens direkt an die Schuldner weitergeleitet. Hat man in dieser Zeit alle Vorgaben eingehalten ist die Insolvenz beendet und man ist von den Restschulden befreit.
Eine Privatinsolvenz bedeutet keine Schande! Jeder kann in einer Finanzkrise landen – Schuldnerberatungsstellen helfen Ihnen auf dem Weg aus der Misere.

Allerdings kann man auch viel tun, um eine solche Situation zu vermeiden. So sollte man, wenn man sicher ist, ob man sich einen Kredit wirklich leisten kann, vorab immer verschiedene Angebote genau betrachten und vergleichen.

Außerdem ist es ratsam, sich in guten Zeiten einen Notgroschen anzusparen – dazu stehen zahlreiche günstige Sparkonten zur Verfügung.

Weitere Informationen unter:
http://www.whichwaytopay.de