Haut&Job Aktionswoche: Hautkrebsschutz am Arbeitsplatz muß verstärkt werden

Die Vorsorge und Früherkennung von
berufsbedingten Hautkrankheiten muss verstärkt werden. Vor allem bei
Hautkrebs besteht Handlungsbedarf. Das war die zentrale Botschaft der
Abschlußpressekonferenz zur Aktionswoche Haut&Job anlässlich der
Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und
Umweltdermatologie (ABD).

Die ABD hat in Osnabrück wissenschaftlich begründete Hinweise
dafür vorgelegt, das Basallzellkarzinom in den Kreis der anerkannten
Berufserkrankungen aufzunehmen. Bislang sind lediglich das sogenannte
Plattenepithelkarzinom und seine Vorstufe – die aktinischen Keratosen
– als Berufskrankheit anerkannt.

ABD-Präsidentin Prof. Andrea Bauer verwies auf die Ergebnisse
einer in Deutschland durchgeführte Fall-Kontrollstudie, bei der sie
an der Universitätshautklinik Dresden selbst mitgewirkt hat. Die zur
wissenschaftlichen Publikation eingereichte Studie ergab nach den
Worten der Dresdener Hochschullehrerin bei überwiegend im Freien
Beschäftigten mit hoher UV-Strahlungsexposition ein im Vergleich zur
übrigen Bevölkerung doppelt so hohes Risiko, an einem Basallzelltumor
zu erkranken.

Hauterkrankungen insgesamt liegen bei den Berufskrankheiten mit
weitem Abstand an der Spitze. 2018 machten sie rund 60 Prozent (!)
aller bestätigten Verdachtsmeldungen bei der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung (DGUV) aus. „Sie sind somit von hoher
medizinischer und gesellschaftlicher Bedeutung,“ so Prof. Christoph
Skudlik, Tagungsleiter der 15. ABD-Tagung, zu der in diesem Jahr in
Osnabrück rund 300 nationale und internationale Experten aus
Wissenschaft, Medizin und gesetzlicher Unfallversicherung unter dem
Motto „Perspektiven im Blick – Den Patienten im Fokus“ zusammenkamen,
um aktuelle Entwicklungen bei beruflich bedingten Hauterkrankungen zu
erörtern.

Die medizinischen Fakten sind in Fachkreisen unbestritten: Hand-
und Kontaktekzeme stellen mit annähernd 50 Prozent den größten Teil
der gemeldeten Berufskrankheiten dar. Feuchtarbeit führt ungeschützt
oft zu (Hand-)Ekzemen, Umgang mit hautbelastenden Substanzen löst
Kontaktallergien aus, die Arbeit im Freien ohne hinreichenden Schutz
vor natürlicher UV-Strahlung ist in vielen Fällen Auslöser von
Hautkrebs. Fehlzeiten am Arbeitsplatz sind die mittelbare Folge.

Um Vorsorge und Früherkennung geht es bundesweit bei der
Aktionswoche Haut&Job 2019 mit zahlreichen Informations- und
Beratungsangeboten in teilnehmenden Kliniken und Hautarztpraxen. „Nur
wer die Gefahren für seine Haut am Arbeitsplatz kennt, kann sich
richtig und frühzeitig schützen,“ so Prof. Swen M. John, Osnabrück,
der für die Initaitive federführend verantwortlich zeichnet.

Rückenwind erhält die bundesdeutsche Kampagne für Hautgesundheit
am Arbeitsplatz aus Europa. Die 2010 von der europäischen Akademie
für Dermatologie und Venerologie (EADV) ins Leben gerufene
europaweite „Healthy Skin@Work“-Kampagne findet zunehmend eine breite
politische Unterstützung durch europäische Parlamentarier, die
EU-Kommission und europäische Sozialpartner, aber auch durch die
Weltgesundheits-Organisation (WHO).

Mehr von der Abschlußpressekonferenz der Aktionswoche Haut&Job >>
https://www.hautgesund-im-beruf.de/jsp_public/cms2/index.jsp?did=2199

Pressekontakt:
Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V.
Stabsstelle Projekte und Öffentlichkeitsarbeit
Ralf B. Blumenthal
Tel: 02251 7762525
Mobil: 0152 0315 8828
r.blumenthal@bvdd.de

Original-Content von: Berufsverband der Deutschen Dermatologen, übermittelt durch news aktuell