Haben Print-Medien noch eine Zukunft

Haben Print-Medien noch eine Zukunft
Wird es in 30 Jahren noch Zeitungen geben?
 

Kürzlich kam die Meldung, daß Google 21 Milliarden US-Dollar Umsatz im letzten Jahr gemacht hat- soviel wie alle Tageszeitungen und Zeitschriften der USA zusammen.

„Focus“ meldet, daß G+J stellt die „Financial Times Deutschland“ ein, „Impulse“ und “ Börse Online“ sollen verkauft werden.. Die Hiobsbotschaft über den Konkursantrag der „Frankfurter Rundschau“ erscheint gleichzeitig mit der Nachricht, daß das Szene-Magazin „Prinz“ nur noch online erscheinen wird, mit Ausnahme einer jährlichen Publikation.Kurz danach wird berichtet, das die spanische Zeitung „El Pais“ 129 Redakteure entläßt.

Wegen dieses Gesamtbildes kann ich den Kommentaren nicht zustimmen, die besagen, daß es an der politischen Positionierung der „Frankfurter Rundschau“ liegt, wenn nun das Aus droht. Ãœberregionale Qualitätszeitungen wie die „Financial Times“ und „Welt“von dem entgegengesetzten Spektrum haben ähnliche Probleme. Anderen Qualitätszeitungen wie der „Zeit“ geht es gut. Wer die Marketing-Maßnahmen der „Zeit“ in den letzten Jahren mitverfolgt hat, sieht, daß die Zeitung das Flaggschiff ist, um das sich viele -vermutlich lukrative- Beiboote scharen.

Viele Regionalzeitungen in Deutschladn erwirtschaften Gewinne zwischen 5 und 15 %. Von einem allgemeinen „Zeitungssterben“ zu sprechen ist zumindestens verfrüht. Auch scheint es den meisten Zeitschriften-Verlage noch immer ganz gut zu gehen. Das Gründen und Verschwinden von Titeln gehört zum Geschäft.

Qualitätszeitungen in den USA gehen den Weg einer kombinierten Print-und Online-Ausgabe. Manche Zeitungen erscheinen nur noch einmal als Print-Ausgabe in der Woche- und nehmen dann alle Printanzeigen mit. In den übrigen Tagen gibt es nur noch eine Online-Ausgabe für Abonnenten und/oder eine online-Ausgabe für alle.

Die Zukunft der Qualitätszeitungen entscheidet sich auf drei Feldern:

1. Kampf um einen Anteil von Werbung für das Print-Produkt
2. Realisierung von Erlösen durch eine Online-Ausgabe
3. Bindung der Jugend, die tendenziell nicht mehr eine Zeitung von vorne nach hinten durchliest, sondern sich Informationshäppchen aus dem Internet zusammensucht – also nur das liest, was momentan interessiert.

Hans-Peter Oswald
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