2. 9. 2010 – Greenpeace bietet ab heute den
aktualisierten Einkaufsratgeber „Essen ohne Gentechnik“ an. Er zeigt,
welche Lebensmittelhersteller und Handelsketten derzeit Gentechnik
vermeiden. Nun macht auch die größte deutsche Handelskette erste
Schritte: Edeka-Nord stellt heute in Pinneberg bei Hamburg seine neue
Eigenmarke „Unserer Heimat“ mit Milchprodukten vor, die das Siegel
„ohne Gentechnik“ tragen. Für diese verarbeitet Edeka-Nord nur Milch
von Kühen, die kein Futter aus Gen-Pflanzen erhalten Damit ist
„Unsere Heimat“ nach der Eigenmarke von Tegut die zweite regionale
Handelsmarke, die eine gentechnikfreie Fütterung garantiert.
„Verbraucher lehnen Gentechnik auf dem Acker und im Essen ab. Es
ist gut, dass nun auch die größte Handelskette diesen Wunsch der
Verbraucher erfüllt. Danach sollten sich alle Hersteller richten“,
sagt Barbara Kamradt, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. Milchkühe
fressen neben Gras und Heu auch Kraftfutter, das oft Sojaschrot
enthält. Doch weltweit sind etwa 70 Prozent der Soja gentechnisch
manipuliert. Der größte Teil der weltweit hergestellten Gen-Pflanzen
landet im Futtertrog und damit indirekt und vom Verbraucher unbemerkt
in Lebensmitteln. „Wer den weltweiten Anbau von Gen-Pflanzen bremsen
will, sollte Produkte kaufen, die gentechnikfrei produziert wurden.“
Es gibt genug gentechnikfreie Futtermittel
Eier, Milch und Fleisch von Tieren, die gentechnisch veränderte
Pflanzen gefressen haben, müssen im Gegensatz zu direkten
Inhaltsstoffe nicht gekennzeichnet werden. Hier hilft der
Greenpeace-Einkaufsratgeber. Er zeigt, welche Unternehmen bereits
Gen-Pflanzen vermeiden und welche dies planen. Aber er nennt auch
jene, die keine Gentechnikfreiheit garantieren wollenwie
beispielsweise „Du darfst“ von Unilever.
„Unser Ratgeber ist mit einer Auflage von inzwischen 3,2 Millionen
Exemplaren ein großer Erfolg, der auch die Unternehmen nicht kalt
lässt“, sagt Kamradt. Immer mehr Milchprodukte werden durch die
Aufklärungsarbeit von Greenpeace ohne Gen-Pflanzen in der Fütterung
hergestellt. Der größte ´Teil der Geflügelindustrie setzt auf
gentechnikfreie Futterpflanzen. Aber viele Unternehmen weigern sich
weiterhin, den Kunden gentechnikfreie Lebensmittel anzubieten.
Weihenstephan von Müllermilch, Bärenmarke und Danone wollen keine
gentechnikfreie Fütterung zusichern. Viele Lebensmittelhersteller
behaupten, die Umstellung auf gentechnikfreies Futter sei nicht
möglich. Doch es gibt ausreichend Ware. Zudem können Hersteller mit
Ihrer Nachfrage auf dem Futtermittelmarkt dafür sorgen, dass das
Angebot noch größer wird.
Die Freisetzung genmanipulierter Pflanzen auf Feldern gefährdet
vor allem die Umwelt und die langfristige Sicherung der Ernährung.
Die Genmanipulation von Pflanzen ist eine Risikotechnologie. Durch
den Eingriff in die Pflanze können unerwünschte Stoffe mit riskanten
Nebenwirkungen entstehen. Zudem wird Gen-Soja stärker gespritzt als
herkömmliche Soja. Die giftigen Pestizide können das Trinkwasser
verunreinigen und bedrohen die Pflanzenvielfalt.
Der Ratgeber „Essen ohne Gentechnik“ ist kostenlos erhältlich
unter http:// www.greenpeace.de/stoppt-gentechnik und Tel.
040-30618-120.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Barbara Kamradt, Tel.
0171-8780 834, und Stephanie Töwe, Tel. 0171-8780 838. Das Video zur
Gen-Milch: http://gpurl.de/frjP5