Beim Vordringen der Truppen der
Ãœbergangsregierung von Somalia gegen die islamistischen Rebellen ist
in Mogadischu ein Mitarbeiter der SOS-Kinderdörfer getötet worden.
Wie die Organisation am Dienstag in München mitteilte, starb der
Mitarbeiter durch eine Granate, die in der Wäscherei der SOS-Klinik
einschlug. Auch andere SOS-Einrichtungen wie das Kinderdorf wurden
durch massiven Beschuss beschädigt. Alle SOS-Einrichtungen wurden
sofort evakuiert.
Das Viertel, in dem die SOS-Klinik und das Kinderdorf liegen,
stand bisher unter dem Einfluss der extrem-islamistischen
Al-Shabaab-Milizen. Da die Organisation seit vielen Jahren
unparteiisch den Kindern und Familien in Mogadischu und Umgebung
Hilfe leistet, konnten die SOS-Kinderdörfer trotz der immer wieder
aufflammenden Kämpfe relativ uneingeschränkt der Bevölkerung Hilfe
leisten. Allerdings gerieten SOS-Mitarbeiter regelmäßig zwischen die
Fronten. Zweimal wurden SOS-Angestellte in den vergangenen Jahren
durch Querschläger getötet. Mehrfach musste auch das Kinderdorf
evakuiert werden, zuletzt im August dieses Jahres. Dennoch konnten
die SOS-Einrichtungen Zehntausenden Hungernden in Somalia intensive
medizinische und humanitäre Hilfe leisten.
Die neuen Kämpfe habe die Situation jedoch grundlegend verändert,
teilte der Leiter von SOS-Somalia, Ahmed Ibrahim, aus Mogadischu mit.
„Das Viertel gilt jetzt sowohl bei den Truppen der Ãœbergangsregierung
als auch bei den Al-Shabaab-Milizen als Kampfgebiet“, sagte Ibrahim.
„Die Truppen der Regierung haben zwar die Kontrolle über das Viertel
übernommen, allerdings haben die Al-Shabaab noch Widerstandsnester im
Viertel und wollen das Gebiet zurückerobern.“
Die SOS-Kinderdörfer sind ununterbrochen seit 1985 in Somalia.
„Dies ist das erste Mal, dass wir alle unsere Einrichtungen
evakuieren. Es bleibt uns aufgrund des massiven Artilleriebeschusses
nichts anderes übrig“, sagte Ibrahim.
Die Organisation zeigte sich schockiert vom Tod des Mitarbeiters
und der Gewalt, mit der in dem Viertel ohne jegliche Rücksicht auf
Bewohner gekämpft wird. „Der Mitarbeiter war bei uns seit 1994
beschäftigt“, erklärte der Vorstand der SOS-Kinderdörfer weltweit in
München, Dr. Wilfried Vyslozil. „Wir sind sehr bestürzt, unsere
Gedanken sind bei den Angehörigen und natürlich auch bei den Kindern
und anderen Mitarbeitern.“ Rund 250 Angestellte arbeiten derzeit für
die SOS-Kinderdörfer in Somalia, um Hunger und Elend in dem Land zu
bekämpfen. „Jetzt sind erst einmal alle in Sicherheit. Wir werden die
Lage jetzt sehr genau analysieren und sehen, welche Schritte wir als
nächstes angebracht sind“, erklärte Vyslozil.
Mehr Information über Somalia und ein Foto von Ahmed Ibrahim zum
kostenlosen Download: http://ots.de/6R8OG
ACHTUNG: PRESSEKONFERENZ IN BERLIN mit dem SOS-Leiter von Somalia,
Ahmed Ibrahim, am 19.11.2011, 10.30 Uhr in Berlin. Ort:
Humboldt-Viadrina School of Governance, Wilhelmstr. 67, 10117 Berlin,
2. OG, Raum Frankfurt.
Pressekontakt:
Nähere Informationen zum Tod des Mitarbeiters in Somalia und zur PK
in Berlin:
Louay Yassin
Pressereferent
SOS-Kinderdörfer weltweit
Ridlerstraße 55, 80339 München
Tel.: +49/89/179 14-259
Fax: +49/89/179 14-100
louay.yassin@sos-kd.org
Weitere Informationen unter:
http://