Globale Automobilzulieferer-Studie von Roland Berger Strategy Consultants und Lazard: Rasche Erholung nach der Krise – doch die Branche steht vor enormen Herausforderungen

– Die Umsätze in der weltweiten Automobilzulieferbranche haben
sich parallel zur weltweiten PKW-Produktion erholt und nahezu
wieder das Vorkrisenniveau erreicht

– EBIT-Marge der Zulieferer wird 2010 sogar auf ein Allzeithoch
von ca. sechs Prozent steigen, besonders bei europäischen und
nordamerikanischen Zulieferern hat sich die Lage massiv
verbessert

– Höhere Faktorkosten und vor allem der dramatisch wachsende
Preisdruck der Automobilhersteller werden jedoch die Margen
im Jahr 2011 und darüber hinaus belasten

– Gleichzeitig hat die weltweite Zulieferbranche einen erheblichen
Refinanzierungsbedarf von etwa 130 Mrd. Euro bis 2015

– Echte Konsolidierung der problematischsten Segmente ist in der
Krise ausgeblieben

– sobald die Absatzzahlen erneut sinken, wird daher die Gruppe
strukturschwacher Unternehmen (ca. 20 Prozent der globalen
Zuliefererbasis) ins Straucheln geraten

Nach der historischen Krise von 2008 und 2009 erholt sich die
weltweite Automobilzulieferindustrie rasant. Die weltweiten Umsätze
der Branche haben nahezu wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Die
Profitabilität wird mit einer Umsatzrendite von bis zu sechs Prozent
im Jahr 2010 möglicherweise einen neuen Rekord markieren.
Haupttreiber dieser rasanten Erholung sind die boomenden Automärkte
Chinas, Brasiliens und Indiens sowie die teilweise Erholung der
Triademärkte Nafta, Europa und Japan. Gleichwohl hat die gesamte
Automobilzulieferbranche während der Krise kräftig Federn gelassen.

„Die Branche hat während der Krise weltweit rund 200 Mrd. Euro
Umsatz, 75 Mrd. Euro EBIT und 15 Mrd. Euro Eigenkapital eingebüßt“,
sagt Dr. Eric Fellhauer, Geschäftsführer bei Lazard. „Außerdem
mussten 350 Zulieferer rund um den Globus Insolvenz anmelden.“
Dennoch ist es der weltweiten Zulieferindustrie gelungen, im
Katastrophenjahr 2009 einen positiven Free Cashflow zu erzielen.
Erreicht wurde dies durch ein umfassendes Maßnahmenpaket aus
Investitionskürzungen, Working-Capital-Optimierungen und einer
deutlichen Reduzierung der Kostenbasis. „Die Umsätze der Zulieferer
haben weltweit nahezu wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Die
Profitabilität wird mit einer Umsatzrendite von etwa sechs Prozent im
Jahr 2010 möglicherweise sogar einen neuen Rekord markieren“, sagt
Marcus Berret, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants.

Neue Bedrohung durch Margendruck und wachsenden Kapitalbedarf

Der Studie zufolge sind jedoch die mittelfristigen Aussichten für
Automobilzulieferer wenig rosig. „Vor allem der wachsende Druck der
Autobauer auf ihre Zulieferer wird die Margen belasten“, sagt Berret.
„Gleichzeitig muss die Branche bis 2015 ein Volumen von etwa 130 Mrd.
Euro refinanzieren. Beides zusammengenommen ist eine enorme
Herausforderung.“

Die Autobauer selbst stehen vor einem Dilemma: Einerseits können
sie es sich nicht leisten, dass Wettbewerber sich bei Zulieferern
bessere Preise sichern als sie selbst. Andererseits ist durch den
kollektiven Druck auf die Zuliefererbasis eine große Gruppe
strukturschwacher Zulieferer mit äußerst begrenzter Innovations- und
Investitionsfähigkeit entstanden. „Bei etwa 20 Prozent der weltweiten
Zuliefererbasis liegen Profitabilität und zugleich finanzielle
Stabilität inzwischen unter dem Durchschnitt. Diese Schlusslichter
wird die nächste Krise besonders hart treffen,“ so Dr. Fellhauer.

Mehr Kooperation erforderlich

Die Studie kommt daher zu dem Schluss, dass Zulieferer ihre
operative Leistung weiter verbessern, ihre Preisdisziplin steigern
und sich auf profitable Geschäfte konzentrieren sollten, statt um
jedes einzelne Projekt zu kämpfen. Zudem müssen sie sich intensiv um
neue Finanzierungsquellen bemühen.

Berret: „Autohersteller sollten außerdem die Zusammenarbeit mit
ihren Zulieferern intensivieren und sich verstärkt um eine
Verbesserung des Zustands strukturschwacher Produktsegmente bemühen,
indem sie eine echte Konsolidierung zulassen und unterstützen.“

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