Dies sind nur einige Ergebnisse aus der aktuellen Studie des weltweit führenden Versicherungs-unternehmens Aegon. Für die Studie wurden insgesamt 17.600 Arbeitnehmer und Selbständige in 15 Ländern weltweit befragt. Insbesondere Deutschland sticht dabei hervor. Im Gegensatz zum EU-weiten Durchschnitt von 17 Prozent ist in Deutschland zwar nur knapp jeder Neunte selbständig tätig (11 Prozent). Die Anzahl der Freelancer ist in den vergangenen zwanzig Jahren jedoch um mehr als 40 Prozent gestiegen. Trotz dieser Entwicklung sind sie häufig weder selbst finanziell ausreichend auf den Ruhestand vorbereitet noch kann die Absicherung über soziale Sicherungssysteme geleistet werden.
So belegt die Studie, dass nur 20 Prozent der Selbständigen in Deutschland davon überzeugt sind, im Ruhestand komfortabel leben zu können. Damit liegt Deutschland unter dem internationalen Durchschnitt von 26 Prozent. Mehr als die Hälfte der deutschen Selbstständigen (52 Prozent) geht davon aus, beim Eintritt in den Ruhestand älter als 65 zu sein; ein Teil rechnet sogar damit, niemals in den Ruhestand zu treten. Häufig überwiegt der positive Wunsch, weiterhin tätig zu sein, doch auch finanzielle Bedenken tragen zu diesen Überlegungen bei.
„Da sie in der Regel weder in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen noch in den Genuss arbeitgebergeförderter Altersvorsorgeleistungen kommen, müssen sich Selbstständige besonders sorgfältig mit ihrer Ruhestandsplanung befassen“, so Catherine Collinson, Geschäftsführerin des Aegon Center for Longevity and Retirement. „Für die meisten Selbständigen ist die Ruhestandsplanung ein langwieriger Prozess mit viel Eigenverantwortung, den viele scheuen.“ Angesichts des derzeitigen Niedrigzinsumfelds und vor dem Hintergrund, dass der Zugang zu gesetzlichen Vorsorgemodellen in Deutschland unterschiedlich geregelt ist, kommt bei vielen Selbständigen die persönliche Vorsorge zu kurz. Selbständige Arbeitnehmer haben meist keinen oder nur einen geringen Anspruch auf die gesetzliche Rente. Selbständige Künstler und Journalisten dagegen sind zu einem Teil über die Künstlersozialkasse abgesichert.
Im weltweiten Durchschnitt fühlen sich 75 Prozent der Selbständigen (Deutschland: 82 Prozent) für die finanzielle Absicherung ihres Ruhestands verantwortlich. Dennoch bezeichnen sich weltweit nur 34 Prozent als Gewohnheitssparer (Deutschland: 40 Prozent), unter den Einzelunternehmern sind es sogar nur 29 Prozent. Zudem verfügt nur jeder zehnte Befragte in Deutschland über eine schriftlich fixierte Strategie zur finanziellen Absicherung im Ruhestand. Allerdings haben immerhin 44 Prozent einen Plan B für den Fall, bereits vor dem geplanten Eintritt in den Ruhestand nicht mehr arbeiten zu können.
„Selbständige Arbeitnehmer verfügen vielfach über spannende Vorstellungen von einem flexiblen Übergang in den Ruhestand mit weiteren Einkommensmöglichkeiten, Lebensfreude und fortgesetzter sozialer Teilhabe, die für alle Arbeitnehmer inspirierend sein können. Doch diese Träume können nur durch eine angemessene Planung und eigenverantwortliche Vorbereitung des Ruhestands tatsächlich wahr werden“, so Mike Mansfield, Manager des Aegon Centers for Longevity and Retirement.
Weitere Details zu den verschiedenen Einkommensgruppen innerhalb der Selbständigen, ihren Altersvorsorgemodellen und nationalen Besonderheiten finden Sie in der ausführlichen Studie „Retirement Preparations in a New Age of Self Employment“.