Gewerbesteuereinnahmen sind nach wie vor eine wichtiger Baustein in der Finanzierung kommunaler Investitionen. Auch müssen attraktive Wohnstandorte ebenso attraktive Beschäftigungsangebote bieten. Allein aus diesen Grundsätzen leitet sich, insbesondere für kleine und mittlere Kommunen zwischen 8.500 und 60.000 Einwohnern, die Notwendigkeit ab, aktive Wirtschaftsförderung und Gewerbeflächenpolitik zu betreiben. Und die Wirtschaftsförderer aus diesem Bereich stehen derzeit ähnlichen Fragestellungen und Herausforderungen gegenüber, die im Laufe der Veranstaltung diskutiert wurden.
Aktuelle Themen: Anforderungen aus Unternehmenssicht, Bürgerbeteiligungsprozesse und Interkommunale Gewerbegebiete
In den Beiträgen und Diskussionsrunden des Treffen wurden diese aktuellen Fragen der Gewerbestandortentwicklung aufgegriffen: Welche Anforderungen haben Unternehmen an Gewerbeflächenkonzepte? Wie kann mit der häufig vorhandenen Skepsis in der Bevölkerung gegenüber neuen Gewerbegebietsprojekten umgegangen werden? Sind interkommunale Gewerbegebiete derzeit ein Trend, oder stellen sie eine Notwendigkeit in der modernen Kommunalentwicklung dar? Welche Erfahrungen haben Kommunen bei deren Umsetzung gemacht? Und wie sind die Erfahrungen mit umfassenden Bürgerbeteiligungskonzepten bei Ortsentwicklungsprojekten?
Die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA), Büro München, Mitveranstalter und Mitglied der Metropolregion München, hat Anfang des Jahres eine Umfrage bei mittleren und kleinen Kommunen in Bayern zu Gewerbeflächenverfügbarkeit und Planungen durchgeführt. Dr. Stefan Leuninger, GMA-Büroleiter München, zieht aus den Erkenntnissen ein Fazit: „Es gib eine Reihe von Städten und Gemeinden, die über kein oder nur ein eingeschränktes Gewerbeflächenangebot verfügen. Angesicht des üblichen Zeitraums von rund fünf Jahren von der ersten Planung bis zur Realisierung eines Gewerbegebiets ist ein frühzeitiges aktives Handeln notwendig. Interkommunale Gewerbegebiet stellen eine sinnvolle Entwicklungsoption dar.“
Auch aus den Referaten und Beiträgen der Veranstaltung ging klar hervor: Strategische Kooperationen werden heute immer wichtiger. Gerade für die interkommunale Zusammenarbeit gibt es allerdings keine Patentrezepte. Aber der Einsatz, auch gegen anfängliche Widerstände, kann sich unbedingt lohnen. Dies berichteten der erste Bürgermeister der Gemeinde Inning am Ammersee, Werner Röslmair, sowie Heiko Deichmann, Geschäftsführer einer interkommunalen Grundstücks- und Projektgesellschaft im Stuttgarter Raum. In Sachen Bürgerbeteiligung war das Fazit von Bärbel Zeller, Wirtschaftsförderin der Gemeinde Planegg, ein durchweg positives: In Martinsried waren die Bürger von Anfang an an der Entwicklung der neuen Ortsmitte intensiv beteiligt und es hat sich gelohnt, auch einmal für die Kommune bisher unbekannte Wege gegangen zu sein.
Ein übergeordnetes Thema zog sich durch sämtliche Beiträge des fachlichen Austausches: Wohnort- und Standortmarketing müssen Hand in Hand gehen. Es reicht nicht mehr aus, Gewerbeflächen nur unter Erfüllung der Pflichtanforderungen anzubieten. Längst sind die „Kür“ und sogar „Begeisterungsfaktoren“, so Leuninger in seinem Impulsvortrag, nötig, um Investoren und Projektentwickler zu überzeugen. Das heißt es braucht „Kümmerer“ vor Ort, Fachkräfte müssen ebenso verfügbar sein wie Bildungsangebote – kurz: eine ganzheitliche Wohn- und Gewerbestrategie ist vonnöten.
Stadt Penzberg und Landkreis Weilheim-Schongau: Gastgeber aus dem Oberland der Metropolregion
Gastgeber der gemeinsamen Veranstaltung der Metropolregion München mit der GMA waren der Landkreis Weilheim-Schongau, ein wichtiger Akteur der Metropolregion im Oberland und Brücke ins Allgäu, sowie die Stadt Penzberg als bekennender Industriestandort mit hoher Lebensqualität. Sowohl für den Landkreis als auch die Stadt ist die Metropolregion München im überregionalen und insbesondere im internationalen Standortmarketing ein wichtiger Partner, macht sie doch die Zugehörigkeit zu einem anerkannt starken Wirtschaftsraum auf den ersten Blick sichtbar.
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