Berlin, 15. April 2015 – Die Stimmung vor der Staatskanzlei in Potsdam war angespannt. Grund war das Spitzengespräch zwischen Dr. Rüdiger Grube (Vorstandsvorsitzender DB AG) und Dietmar Woidke (Ministerpräsident Brandenburg) über die weitere Zukunft des Werkes Eberswalde. Flankiert wurde dieses Spitzengespräch von rund 150 Demonstranten, die vor allem Dr. Rüdiger Grube erneut deutlich zeigen wollten, worum es tatsächlich geht – um Menschen, nicht bloß um Zahlen. „Für die Kolleginnen und Kollegen geht es um ihre Existenz. Sie brauchen Gewissheit und eine Perspektive, wie es nach 2016 für sie weitergeht. Darum kämpfen wir für ein Alternativkonzept, das den Standort Eberswalde erhält und so viele Arbeitsplätze wie möglich rettet“, so Jens Schwarz (Vorsitzender GBR DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH). So könnten die PCK-Raffinerie in Schwedt sowie die Niederbarnimer Eisenbahn als neue Auftraggeber die notwendige Geschäftserweiterung gewährleisten.
Zum Ergebnis des Spitzengespräches in Potsdam sagt Jens Schwarz: „Wir hätten uns sicherlich von Dr. Grube ein klares Bekenntnis zum Standort Eberswalde gewünscht. Doch werden wir nicht aufgeben und weiter Gespräche führen, um den Konzernvorstand von der Wirtschaftlichkeit des Alternativkonzepts zu überzeugen, das zumindest 200 bis 300 Arbeitsplätze im Werk retten würde. Ferner ist es für die gesamte Region wichtig, dass das Werk als größter industrieller Arbeitgeber in der Region erhalten wird.“ Welche Bedeutung das Werk Eberswalde für die Region hat, zeigte auch Dietmar Woidkes Versprechen vor Beginn des Spitzengesprächs, dass die Landesregierung alles tun werde, um den Traditionsstandort zu erhalten.
Während des anderthalbstündigen Spitzengesprächs verharrten die Demonstranten vor der Staatskanzlei, in gespannter Erwartung auf das Ergebnis. Sie setzten damit nicht nur ein Zeichen für das Werk Eberswalde, sondern auch für gelebte Solidarität. Denn auch aus anderen Instand-haltungswerken waren Kolleginnen und Kollegen angereist, um die Betroffenen aktiv zu unterstüt-zen. Ebenso verschiedene Interessenvertreter der Deutschen Bahn AG sowie die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Auch der Landrat und der Bürgermeister von Eberswalde waren vor Ort.