Generalisten sind ein Auslaufmodell

Das geht aus der jüngsten Untersuchung des Soldan Instituts hervor, für die rund 1.600 Berufsträger befragt wurden. „Die Zahlen belegen den Trend einer immer stärkeren fachlichen Spezialisierung und Fokussierung der Kanzleien. Generalistisch ausgerichtete Kanzleien werden perspektivisch an Bedeutung verlieren, wenn diese Anwälte nach und nach in den Ruhestand treten“, stellt Prof. Dr. Matthias Kilian, Direktor des Soldan Instituts fest.
Gleichzeitig wird die Anwaltschaft zunehmend weiblicher. Derzeit liegt das Durchschnittsalter der Anwältinnen bei 45 Jahren, bei den männlichen Kollegen bei 52 Jahren. „Dies erklärt sich mit dem kontinuierlich steigenden Frauenanteil unter den neu zugelassenen Rechtsanwältinnen und -anwälten“, so Kilian.
Differenziert nach Rechtsgebieten finden sich die ältesten Berufsträger unter denjenigen, die ihren Schwerpunkt im Erbrecht haben, gefolgt von jenen mit dem Schwerpunkt Bilanz- und Steuerrecht, Gesellschaftsrecht, Bau- und Architektenrecht, Familienrecht oder Verwaltungsrecht. Hingegen sind bei den Anwälten, die im Insolvenzrecht tätig sind, 71 Prozent unter 50 Jahre. Viele jüngere Berufsträger gibt es ebenfalls auf den Gebieten Geistiges Eigentum, Medizin- oder Wirtschaftsverwaltungsrecht.