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geld.de: Studie Fahrradklau in Deutschland,Österreich, Schweiz:
Häufigste Diebstähle pro Einwohner u.a. in Münster, Bern, Oldenburg,
Salzburg
DGAP-Media / 21.11.2011 / 10:38
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PRESSEMELDUNG
Leipzig, 21. November 2011
Studie Fahrradklau in Deutschland,Österreich, Schweiz: Häufigste
Diebstähle pro Einwohner u.a. in Münster, Bern, Oldenburg, Salzburg /
Schadenshöhe allein in Deutschlandüber 120 Mio. EUR
127-Städte-Studie belegt: Fahrrad-Diebstähle in Städten mit geringerem
Einkommen nicht generell höher / Fast 90% der Diebstähle bleiben ungeklärt
Der Sommer ist vorbei und mehr als 360.000 Fahrräder sind in Deutschland,Österreich und der Schweiz entwendet worden. Das ist das Ergebnis einer
großen Kriminalitätserhebung der Verbraucherportals http://www.geld.de.
Hierfür wollten die die Studiendurchführenden wissen: Wo sind eigentlich
die Fahrrad-Klau-Hochburgen in den drei Ländern? Diebstahlhochburgen sind
nicht etwa die großen Städte oder Metropolen wie Berlin, München, Hamburg,
Wien (AT) oder Zürich (CH) – sondern mittelgroße Städte wie Münster, Bern
(CH), Oldenburg, Basel (CH), Celle oder Frankfurt (Oder). Für die Erhebung
wurden die zuständigen Landeskriminalämter und Polizeidirektionen der
größten Städte in Deutschland,Österreich und der Schweiz angefragt.
Erschütternd: Allein in diesen 127 untersuchten Städten wurden im Jahr 2010
170.899 Fahrräder geklaut. Allein für die Bundesrepublik bedeutet das eine
von Geld.de geschätzte Schadenshöhe von etwa 120 Mio. EUR.
Fahrrad-Diebstahl-Hochburgen
Die Studie belegt: Die absolute Hochburg beim Fahrraddiebstahl –
gleichzeitig unsicherste Stadt für Fahrrad-Eigentümer – ist auch in diesem
Jahr Münster. Auf 100.000 Einwohner entfielen 2010 1.828 gestohlene
Fahrräder – 257%über dem Studiendurchschnitt. Absolut betrachtet trifft es
etwa 14 Münsteraner Fahrradbesitzer pro Tag. Positiv: Die Diebstahlsrate
nahm gegenüber 2009 um 7% ab. Dennoch: Selbst Berlin – keine
–Heile-Welt—Stadt – scheint im Vergleich mit der westfälischen
Studentenhochburg geradezu friedlich. Denn an der Spree werden dreimal
weniger Fahrräder je 100.000 Einwohner geklaut. Platz zwei im
Diebstahlsranking belegt, wie im Jahr 2009 auch, die Schweizer
Bundeshauptstadt Bern. In der Stadt an der Aare kamen im vergangen Jahr
1.826 –Velos– (Schweizer Begriff für Fahrräder) pro 100.000 Einwohner
abhanden – insgesamt 2.254. Weitere Fahrrad-Klau-Hochburgen sind Oldenburg
(1.521 pro 100 Tsd. Einwohner), Basel (CH, 1.502 pro 100 Tsd. Einwohner),
Celle (1.361 pro 100 Tsd.), Frankfurt (Oder) (1.341 pro 100 Tsd.),
Dessau-Roßlau (1.268 pro 100 Tsd.), Magdeburg (1.158 pro 100 Tsd.), Lübeck
(1.116 pro 100 Tsd.), Heide (1.104 pro 100 Tsd.), Bremen (1.063 pro 100
Tsd.) oder Lüneburg (1.004 pro 100 Tsd.). Insgesamt sind fast 32,3% der
untersuchten 127 Städte für Fahrrad-Eigentümer –unsicher–.
Betrachtet man nur die absolute Anzahl der gestohlenen Fahrräder, so stellt
sich das Ranking etwas anders dar: Hier führt Berlin mit 19.942 gestohlenen
Fahrrädern, gefolgt von Hamburg mit 11.241, Wien (AT) mit 6.502, Köln mit
6.172, Bremen (5.822) und München (5.345).
Sicherste Städte
Die Diebstahl-sicherste Stadt Deutschlands für Fahrradfahrer ist laut
Geld.de-Studieübrigens Remscheid. Dort werden im Schnitt 93% weniger
Fahrräder geklaut, als in allen anderen untersuchten 126 Städten. Die Stadt
im Bergischen Land verzeichnete 2010 nur 36 Diebstähle pro 100.000
Einwohner.Ähnlich sicher für Fahrradfahrer sind unter anderem:
Neunkirchen/ Saar (50 pro 100 Tsd.), Balingen, Wuppertal (beide 59 pro 100
Tsd.) oder Suhl (61 pro 100 Tsd.). Aber auch Städte wie Stuttgart (139 pro
100 Tsd.), Wiesbaden (164 pro 100 Tsd.) und Lugano (CH, 191 pro 100 Tsd.)
stuft die Geld.de-Studie als sicher ein.
Aufklärungsquote schwankt zwischen 60% und 1%Übrigens: In Deutschland beträgt die Aufklärungsquote bei
Fahrrad-Diebstählen nur niedrige 10,1%. Auffällig sind vor allem die
gewaltigen Unterschiede. So schwanken die Quoten in Deutschland zwischen 60
und 2,1%. InÖsterreich zwischen 9,3 und 1% und in der Schweiz zwischen 8,7
und 1,2%. Die Gründe, warum in einigen Städten mehr Klau-Fahrräder den
ursprünglichen Besitzernübergeben werden können als in anderen Städten,
sind vielfältig. So wurde in Balingen, mit 60% Aufklärungsquote, eine
Tätergruppe –aus Jugendlichen und Kindern ermittelt, auf deren Konto ein
großer Teil der Diebstähle ging–, so Peter Mehler von der Polizeidirektion.
In Neubrandenburg konnte ein einziger Tatverdächtiger ermittelt werden, der
allein für ca. 200 Fahrraddiebstähle verantwortlich sein soll. –Daraus
resultiert die hohe Quote im vergangenen Jahr–, so Andreas Scholz vom
Polizeipräsidium Neubrandenburg. Anders in Magdeburg: Obwohl es die
bekannte –Soko Fahrrad– in der Elbe-Stadt nicht mehr gibt, ist die
Aufklärungs-Quote noch relativ hoch: 29,5% (2009: 36,3%) –Eine Dienststelle
bearbeitet mittlerweile diese Vorfälle zentral. Die Kollegen machen,ähnlich wie die Soko, nichts anderes–, so Bernhard Wessner von der
Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord. In München, mit 22,1%
Aufklärungsquote, schauen die Beamten genau hin. Sven Müller, Pressestelle
Polizei München: –Unsere Beamten sind sensibilisiert. Wenn ein Fahrer nicht
zum Rad passt oder umgekehrt, etwa bei der Größe, werden diese Gefährte
kontrolliert.– Nach Auskunft der Polizei sind es eher Einzeltäter, die
diese Diebstähle begehen – häufig auch Spontandiebstähle. Meist wird das
Diebesgut verkauft und dafür Drogen oder Alkohol angeschafft. Bei der
–Beute– handelt es sich dabei oft um schlecht gesicherte und nicht codierte
Fahrräder.Ähnlich gute Aufklärungsquoten wie Balingen oder Magdeburg
weisen nur Neubrandenburg (51,2%), Pirmasens (32,3%), Fürth (28,6%),
Erlangen (26%), München (22,1%), Chemnitz (21%), Bamberg (19%), Straubing
(17,8%), Augsburg (17,5%) oder Remscheid (17,5%) auf.
Miserable Aufklärungsquoten, keine Erfolge für Ermittler
Am erfolglosesten arbeiten die Polizeibehörden unter anderem in oder am
Rand der Alpen. So –glänzt– die Polizei in Salzburg (AT) mit einer
Aufklärungsquote von einem mageren Prozent. Nicht viel besser sind
Innsbruck (AT) mit 1,1 und Bern (CH) mit 1,2%. Die Polizei im beschaulichen
Traunstein schafft auch nur 2,1%, die Schweizer Metropole Zürich 2,5%. Es
folgen Städte wie Schwäbisch-Hall (2,8%), Esslingen (3,2%), Potsdam (3,4%),
Linz (AT, 3,6%), Lugano (CH, 3,8%) oder Passau (3,8%). Auffallend: Gerade
in kleineren Städten müssten Fahrraddiebstähle mit mehr polizeilichem
Engagement leichter aufgeklärt werden können. Dass die Aufklärungsarbeit
nicht leicht ist, gibt die Polizei zu. Als Gründe für schlechte
Aufklärungsquoten gibt Andreas Schogalla, Pressestelle Polizei Düsseldorf,
beispielsweise an: –Es gibt bei solchen Diebstählen einfach keine Spuren,
keine Hinweise auf den Täter. Wird das Schloss geknackt, ist das Rad weg.–
Ein Hauptgrund für die große Anzahl an Fahrraddiebstählen, ist die
Fahrlässigkeit vieler Besitzer. –Nicht nur, dass sie oft vergessen ihre
Räder zu sichern, auch sind viele Schlösser ihr Geld und ihr
Schutzversprechen nicht wert–, so Schogalla. Ein Großteil der Schlösser
lässt sich in wenigen Sekunden knacken – etwa durch Bolzenschneider. Diese
–Werkzeuge– können die Diebe ohne viel Aufsehen unter der Jacke
transportieren. Die oft beschworene Codierung der Räder sei trotz
landläufiger Meinung kein Diebstahlschutz. Deshalb der Geld.de-Tipp: 10%
vom Kaufpreis des Fahrrades sollte der Besitzer unbedingt noch zusätzlich
in die Sicherheit des Rades investieren. Geld.de machte den Test und
meldete der Polizei in Leipzig den Diebstahl eines Fahrrades am
Hauptbahnhof. Noch während sich der Ganove des Rades bemächtigte, kam von
Seiten der Polizei: –Da können wir auch nichts mehr machen–.
Geringe Einkommen kein genereller Nährboden für viele Diebstähle
Da bei den geringen Aufklärungsquoten (9,8% Studiendurchschnitt) keine
allgemeine Fahrrad-Dieb-Klassifizierung von Seiten der Polizei durchgeführt
werden kann, versuchten die Studiendurchführendenüber andere Parameter
sich dem Thema zu nähern. Ausgeschlossen werden kann, dass grenznahe Lagen
der Städte, vor allem nach Osteuropa, generell Fahrraddiebstähle
begünstigen. Selbst die hohen Quoten in Frankfurt (Oder) und Neubrandenburg
lassen sich nicht ausschließlich auf osteuropäische Diebe zurückführen.
Des Weiteren wurde untersucht, ob möglicherweise niedrige Bruttogehälter
auf Landesebene in den untersuchten Städte –Nährböden– für vermehrten
Diebstahl verantwortlich sind. Hier ist festzuhalten, dass sich nur 8% der
127 untersuchten Städte in D, AT und CH in diese Gruppe (hohe
Diebstahlquote bei niedrigem Gehalt) einstufen lassen. Auffällig: Speziell
einige ostdeutsche Städte fallen in dieses Raster: So zeichnen sich Städte
wie Frankfurt (Oder), Neubrandenburg, Dessau-Roßlau, Magdeburg, Cottbus,
Leipzig, Potsdam oder Rostock durch einen zum deutschen Durchschnittsgehalt
niedrigen Lohnstandard (zwischen 15 und 19% unter dem deutschen
Durchschnitt) und verhältnismäßig hohe Diebstahlquoten (zwischen 53 und
162%über dem internationalen Durchschnitt) aus. Auch bei einzelnen
westdeutschen Städten zeichnet sich diese Konstellation ab: Oldenburg
(Bruttogehalt -8% unter deutschen Schnitt, Diebstähle +197%über
internationalen Schnitt), Celle (Bruttogehalt -4%, Diebstähle +166%),
Lübeck (-9%, +118%), Heide (-13%, +116%) oder Lüneburg (-11%, +96%). InÖsterreich trifft dieser Umstand nur auf Salzburg und Innsbruck zu. Die
–Mozart-Stadt– liegt beim Bruttojahreseinkommen 1% unter demösterreichischen Durchschnitt, jedoch bei den Diebstählen 38%über dem
internationalen Durchschnitt. In der Hauptstadt von Tirol zeichnet sich ein
–Lohn-Diebstahls-Verhältnis– von -6% zu +33% ab. In der Schweiz trifft es
nur Bern. Die schweizerische Hauptstadt liegt beim Gehalt 1% unter dem
Schnitt, bei den Diebstählen jedoch 256%über dem Dreiländerschnitt. Doch
Ausnahmen gibt es auch hier. Obwohl Neunkirchen/ Saar (Bruttogehalt -10%),
Suhl (-19%) Hof (-6%), Gera (-23%) oder Lugano (CH, -14%) niedrigere
Durchschnittsgehälter aufweisen, zählen die Kommunen bei den
Fahrraddiebstählen zu den sichersten Städten in der Dreiländerstudie.
Nord-Südgefälle in DeutschlandÄhnlich wie beim Pro-Kopf-Einkommen, gibt es auch im Bereich Fahrrad-Klau
seit Jahren das bekannte Nord-Süd-Gefälle in Deutschland. Auf den ersten
sechs Plätzen liegen im Fahrraddiebstahl-Ranking und damit als –unsicher–
bewertet, nur Bundesländer nördlich von Harz und Weser-Bergland. An der
Spitze, mal wieder, Bremen. Mit 1.053 Diebstählen pro 100.000 Einwohner
verzeichnet das Bundesland, bestehend aus den Städten Bremen und
Bremerhaven, eine fast doppelt so hohe Quote wie Hamburg auf dem zweiten
Platz. In der Metropole an der Elbe verschwanden –nur– 634 Räder pro
100.000 Einwohner. Platz drei belegt das Land zwischen den Meeren,
Schleswig-Holstein. Hier kamen 2010 618 –Drahtesel– pro 100.000 Einwohner
abhanden. Platz vier und fünf gehen an Berlin und Brandenburg. Rund um
Spree und Havel verschwanden 579 und 557 Räder pro 100.000 Einwohner.
Niedersachsen (526 pro 100 Tsd.) komplettiert das –unsichere– Sextett.
Ebenfallsüberdurchschnittlich viele Räder werden noch in Sachsen-Anhalt
(479 pro 100 Tsd.), Mecklenburg-Vorpommern (474 pro 100 Tsd. und
Nordrhein-Westfalen (469 pro 100 Tsd.) gestohlen. Deshalb fallen auch diese
Länder in die Kategorie –unsicher–. Das Mittelfeld bildet der Freistaat
Sachsen (334 pro 100 Tsd.). Als –sicher– können sich immerhin sechs
Bundesländer bezeichnen. Dies sind: Hessen (235 pro 100 Tsd.), Baden
Württemberg (230 pro 100 Tsd.), Bayern (220 pro 100 Tsd.), Rheinland-Pfalz
(187 pro 100 Tsd.), Thüringen (150 pro 100 Tsd.) und Saarland (91 pro 100
Tsd.). Positiv: Fast alle Bundesländer verzeichnen einen Diebstahlrückgang,
sogar die Diebstahl-Hochburgen Bremen (-17,4%), Hamburg (-13,4%) oder
Schleswig-Holstein (-12,3%). Allein der Freistaat Sachsen fällt aus der
Reihe: +5,4%. Insgesamt wurden in Deutschland 375 Räder pro 100 Tsd.
Einwohner im Jahr 2010 gestohlen. Dies sind immerhin 11,2% weniger
Diebstähle als 2009.
Tipps vom Experten
Geld.de empfiehlt: –Man muss es dem Dieb so schwer wie möglich machen. Wenn
das Schloss schwierig zu knacken ist, lässt er die Hände davon–, so
Friedrich Wiedemann, Geschäftsführer von Geld.de. Wiedemann rät, dass
Fahrräder besondersüber Nacht im Keller oder in der Garage an festen
Gegenständen gesichert werden. Außerdem empfiehlt das Verbraucherportal
geld.de in der Hausratsversicherung grundsätzlich einen
Fahrrad-Diebstahlschutz zu integrieren
(http://www.geld.de/hausratversicherung.html). Das mache den Diebstahl
nicht ganz so schmerzlich. Diebstahlgeplagte Münsteraner könnten
beispielsweise für bereits 81,39 EUR im Jahr eine solche Versicherung
abschließen. Wie bei Kfz-Versicherungen gilt auch für die
Hausratsversicherung: Je weniger Schaden, desto niedriger der Beitrag. Im
sicheren Remscheid zahlt man für die gleiche Versicherungsleistung nur
58,92 EUR.Ãœber geld.de
GELD.de gehört zu den führenden Finanzplattformen in Deutschland und ist
eine Informationsplattform rund ums Geld. Das Portal versteht sich als
Verbraucherplattform mit dem Motto –Entdecke Dein Sparpotential–. Auf
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unabhängigen Versicherungsfachleutenüberprüft. Wer persönliche Beratung
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Ende der Pressemitteilung
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21.11.2011 Veröffentlichung einer Pressemitteilung,übermittelt durch
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147124 21.11.2011