Das Projekt „Lesen und Schreiben stärken – Berufliche Chancen verbessern Schriftspracherwerb – Ein Projekt für gehörlose Menschen im Land Brandenburg“ wird von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH in der Akademie Cottbus (zuständig in Südbrandenburg) modellhaft in Fortführung des abgelaufenen Bundesprojektes durchgeführt.
Oberstes Projektziel ist die Verbesserung der Teilhabechancen am Arbeitsleben von gehörlosen Menschen durch eine verbesserte Schriftsprachkompetenz und durch eine Bereitstellung von übertragbaren Strategien zur verbesserten Kommunikation in Bezug auf betriebliche Abläufe.
Es soll die Schriftsprachkompetenz Gehörloser unter Berücksichtigung neuester pädagogischer und technologischer Möglichkeiten zumindest berufsfeld– und unternehmensbezogen verbessert werden, um ihnen eine bessere Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.
Die Teilhabechancen von Menschen mit Hörbehinderungen, insbesondere gehörlosen Menschen am Arbeitsleben, sind trotz vieler Unterstützungsmaßnahmen immer noch im großen Maße beeinträchtigt. Dies liegt zu einem großen Teil daran, das die betrieblichen Kommunikationssituationen, welche die alltägliche Arbeit im Betrieb betreffen, nicht flexibel genug auf die betrieblichen Belange und Anforderungen der gehörlosen Mitarbeiter angepasst werden können.
Die Kommunikation mit Gehörlosen im Betrieb läuft unspezifisch. Es werden individuelle (Zwischen-) Lösungen gefunden. Unterstützungssysteme in den Betrieben sind oftmals nicht ausreichend vorhanden, es fehlt an guten strukturellen Lösungen, wie die betriebliche Kommunikation verbessert werden kann.
Insbesondere die eingeschränkte Schriftsprachkompetenz gehörloser Menschen ist eine Hürde im Betrieb. Eine solide Schriftsprachkompetenz spielt für die Berufsausübung sowie für das berufliche Fortkommen gehörloser Menschen eine entscheidende Rolle.
Erheblicher Handlungsbedarf ist für die Verbesserung der beruflichen Teilhabe gehörloser Menschen hinsichtlich ihrer Schriftsprachkompetenz festzustellen.
Bei den Arbeitslosen stellt die fehlende Schriftsprachkompetenz natürlich eine zusätzliche Vermittlungsbarriere dar und erschwert jegliche berufliche Fortbildung. Bei den Beschäftigten führt die Beschränkung der Kommunikationsmöglichkeiten zumindest zu latenten, oft zu sehr massiven Beschäftigungsgefährdungen.
Erschwert wird das Projekt in der Akquise durch fehlende statistische Angaben über die Zahl der gehörlose Menschen oder Menschen mit einer Hörbehinderung, die in Deutschland bzw. in den einzelnen Bundesländern leben und Unterstützung im Schriftspracherwerb bedürfen.
Wir freuen uns über Kursanmeldungen von Betroffenen oder aber von Betrieben, die gehörlose Menschen beschäftigen.
Die FAW Cottbus führt Grundkurse, aber auch Aufbaukurse im Rahmen des Projektes durch, die über den Bildungsurlaub als Weiterbildung durchgeführt werden können. Kurse finden nach Absprache mit der FAW Cottbus (Telefon: 0355/48370230) statt.
Dieses Angebot wird aus Mitteln der Ausgleichsabgabe des Landes Brandenburg gefördert.