„Bei diesem Thema muss man schon sehr genau hinschauen. Es reicht nicht, einfach nur Gehaltssummen über alle Branchen, Unternehmensgrößen und Führungspositionen hinweg zu vergleichen“, fordert Dr. Ulrich Goldschmidt, Hauptgeschäftsführer des Führungskräfteverbandes eine differenziertere Betrachtung. Die Untersuchung des DFK zeigt, dass Frauen in Führungspositionen beim Gehalt nicht schlechter als männliche Führungskräfte gestellt sind, wenn sie in ihrem Unternehmen in derselben Führungsebene und in einer vergleichbaren Funktion beschäftigt werden. „Geschlechterspezifische Benachteiligungen haben wir dabei weder beim Festgehalt noch bei den variablen Vergütungsbestandteilen wie Boni oder Tantiemen festgestellt“, erläutert Ulrich Goldschmidt weiter. Dies gelte auch für sonstige geldwerte Vorteile wie die Gewährung eines Dienstwagens oder einer betrieblichen Altersversorgung.
Auch Dr. Manfred Strombach, Partner und Gründer des Beratungsunternehmens SMS Consulting kann derartige Benachteiligungen nicht bestätigen: „Wir haben im Auftrag mehrerer großer deutscher Unternehmen untersucht, ob dort Frauen in Führungspositionen beim Gehalt benachteiligt werden. Unsere Überprüfung hat dafür keine Anhaltspunkte ergeben.“
Diese Feststellungen ändern nach Auffassung des DFK aber nichts daran, dass es noch immer viel zu wenig Frauen in Führungspositionen in den deutschen Unternehmen gibt. Spitzengehälter für Spitzenfunktionen bleiben daher häufig den Männern vorbehalten, weil Frauen zu selten in diese Führungsebenen aufsteigen. Der Verband der Führungskräfte sieht hier in vielen Unternehmen Nachholbedarf und rät den Arbeitgebern, mehr in qualifizierte Frauen zu investieren, um diesen den Weg in die Führungspositionen zu ermöglichen.
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