
Seit Jahren lädt der Wirtschaftsrat des Berliner Traditionsvereins 1. FC Union Berlin regelmäßig zum sogenannten StadionGespräch ein. Der 8. Juni bringt dabei neuen Wind in das Format und stößt eine ganze Reihe an, die den Fokus auf den Osten Deutschlands legen will. Initiator ist nämlich die gemeinnützige Gesellschaft DenkRaumOst, die sich als Lobby für den neuen Osten versteht.
Die Agentur ist von den Unternehmern Ira Roschlau, Lutz Engelke und Joseph Hoppe gegründet worden. Seit Ende 2022 sucht und stärkt ihr sogenannter Think- and Do-Tank innovative lokale Initiativen im Osten der Republik und in den europäischen Nachbarregionen. Als zivilgesellschaftliches und gemeinnütziges Projekt will DenkRaumOst dabei positive Demokratieerfahrung und ihr Verständnis fördern, inspirieren, Mut machen und zur Kreativität anregen. Dazu gehört auch, positiven Handlungsdruck auf die Politik zu erzeugen und Alternativen dort aufzuzeigen, wo oft von Alternativlosigkeit gesprochen wird.
Als Moderatoren werden Ira Roschlau und Maik Degner (Stiftung 1. FC Union) am 8. Juni durch den Abend in der Eisern Lounge führen und unterschiedliche Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Medien und der Kreativbranche zusammenbringen. Dirk Fischer wird als Vorsitzender den Gastgeber, den Wirtschaftsrat 1. FC Union e. V., vertreten, teilnehmen werden außerdem Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin, Julia Becker, Aufsichtsratsvorsitzende der FUNKE Mediengruppe, sowie Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, und Bettina Jahnke, Intendantin des Potsdamer Hans Otto Theaters.
Das Zuhause des traditionsreichen 1. FC Union Berlin bietet die ideale Kulisse, die Leitfrage zu stellen: Was macht den Osten so attraktiv? Denn der ostdeutsche Traditionsverein setzt sich seit jeher für zivilgesellschaftliches Engagement abseits politischer Trennlinien ein. In der Podiumsdiskussion wird es darum gehen, welche Rolle diese Werte für den Gemeinsinn und das Gefühl einer Region spielen. Das Thema spricht alle Deutschen an – das zeigt die große Aufmerksamkeit, die Diskurse um beispielsweise Mathias Döpfner, Dirk Oschmann und Katja Hoyer auf sich ziehen.
Die tiefen Gräben, die zwischen diesen Akteuren existieren, sind auch der Bundesregierung bewusst. Seit dem Jubiläumsjahr des Mauerfalls 2020 läuft deshalb die Planung eines Zukunftszentrums Deutsche Einheit und Europäische Transformation. Im Frühjahr 2023 bekam die Stadt Halle an der Saale den Zuschlag und die Aufgabe, der Deutschen Einheit mit dem Gebäude ein Symbol zu setzen. Es soll Raum bieten für “Kultur, Dialog und lebendige Diskussionen”.
Diese und andere Initiativen werden unter anderem durch Carsten Schneider, den Ostbeauftragten der Bundesregierung, angeschoben. DenkRaumOst hatte ihn im Februar im Kanzleramt besucht und unter anderem ein Projekt in der sächsischen Lausitz vorgestellt. Dabei geht es um die Realisierung eines Prototypen-Labors, Biodiversitätscenters und Kohlenstoff-Exploratoriums direkt am Berzdorfer See nahe der Stadt Görlitz – eines Angelpunkts für innovative Start-ups, nachhaltigen Tourismus und zukunftsweisende Wissenschaft mitten im ehemaligen Kohlerevier. Bereits auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hatte DenkRaumOst im SDG-Lab das Vorhaben unter Stakeholdern ins Gespräch gebracht. Die Einladung zum Ostdeutschen Wirtschaftsforum vom 11. bis 13. Juni in Bad Saarow wird eine weitere Gelegenheit bieten.