Fünf Jahre Europäische Metropolregion München e.V.: Herausforderungen der Region gemeinsam angehen

Seit der Vereinsgründung ist viel passiert, das wurde schnell klar, als Prof. Gerd Finkbeiner, 2. stellvertretender Vorsitzender und Vizepräsident der IHK Schwaben, die wichtigsten Themen und Momente der vergangenen fünf Jahre zusammenfasste: Inzwischen über 400 Akteure aus Institutionen der öffentlichen Hand ebenso wie aus der Privatwirtschaft bringen sich in sechs Arbeitsgruppen und 23 Facharbeitsgruppen in die Arbeit des Vereins ein – in Projekte und gemeinsame Veranstaltungen, die allesamt ein Ziel haben: Die Attraktivität der Metropolregion München weiter zu stärken und diese nach außen gemeinsam darzustellen.

Mehr Region. Mehr Möglichkeiten.

Im Zeichen dieser Ziele stehen auch die aktuellen Schwerpunktthemen des Vereins: 2014 wird es verstärkt um den öffentlichen Personennahverkehr in der Region, um eine ausgewogene Siedlungsentwicklung zwischen Städten und ländlichen Räumen in der Metropolregion sowie um die Attraktivität der Region für Fachkräfte gehen. Und um die Außendarstellung der Region und ihrer Mitgliedsregionen: Denn gerade auf überregionaler Ebene, so sind sich die Vereinsmitglieder einig, findet man sich als Teil der Metropolregion München in einem Zusammenschluss wieder, der in der globalisierten Welt wahrgenommen wird.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde die neue Kampagne „Mehr Region. Mehr Möglichkeiten.“ vorgestellt. Diese hat zum Ziel, die Metropolregion München regional wie überregional noch weiter als feste Größe in der Wahrnehmung zu etablieren und die Attraktivität der Region bewusst zu machen. Auch der Nutzen des Vereins und seine Arbeit für die Region wird prägnant dargestellt – denn nach wie vor heißt der EMM e.V. als offenes Netzwerk neue Mitglieder willkommen, insbesondere aus Wirtschaft und Wissenschaft. Dazu EMM e.V.-Geschäftsführer Wolfgang Wittmann: „Wir brauchen den inhaltlichen wie finanziellen Input dieser wichtigen Akteure, um noch mehr für eine gute Entwicklung unserer lebenswerten Region tun zu können.“

Kooperation im ÖPNV: Mit einem Ticket durch die Metropolregion

Ein weiteres Vereinsthema 2014, dem die Mitglieder des EMM e.V. große Wichtigkeit beimessen: die Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs für die Menschen in der Region noch attraktiver machen. “Mit einem Ticket durch die ganze Metropolregion“, lautet die Vision. Der EMM e.V. und seine Mitglieder möchten Hindernisse abbauen die Pendler davon abhalten, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Die stellen sich beispielsweise ein, wenn für die Fahrt zum Arbeitsplatz mehrere Tickets unterschiedlicher Anbieter gelöst werden müssen, oder wenn Anschlussverbindungen auf Grund unterschiedlicher Betreiber nicht aufeinander abgestimmt sind und dies zu längeren Wartezeiten für die Fahrgäste führt.

Um Hindernisse dieser Art zu minimieren, wird im Verein derzeit an der Beauftragung einer umfassenden Grundlagenstudie gearbeitet, die mögliche Kooperationsformen der Verkehrsverbünde und –unternehmen in der Metropolregion untersucht. Die Studie soll verschiedene Szenarien, von intensivierter Kooperation in Teilbereichen bis hin zu einem echten „Metropolverbund“, detailliert untersuchen und die Auswirkungen unterschiedlicher Optionen auf alle Beteiligten aufzeigen.

Bereits 2013 hatte die Facharbeitsgruppe „EMM-Tarif und Fahrgastinformation“ das Thema aufgegriffen und in einem Lastenheft erarbeitet, welche Fragestellungen in einer solchen Grundlagenstudie zu klären wären. Auf der letzten Mitgliederversammlung des EMM e.V. im November 2013 hatten die Vereinsmitglieder dann einstimmig die Beauftragung der Studie beschlossen. Seitdem konnte durch eine breite Beteiligung die Finanzierung sichergestellt werden: Rund 40 Partner, darunter Verkehrsverbünde, Verkehrsunternehmen, Landkreise, Kommunen, Kammern und Unternehmen, unterstützen die Studie. Beauftragt werden soll diese noch im Frühjahr 2014, ein Jahr später ist mit den vollständigen Ergebnissen zu rechnen.

Stefan Schelle, Bürgermeister der gastgebenden Gemeinde Oberhaching, hatte bereits zu Beginn der Veranstaltung in einem Kurzvortrag in Erinnerung gerufen, dass Probleme bei Mieten und Wohnraum ganz eng mit der Lösung von Mobilitätsfragen verknüpft seien: „Wir werden das Thema Wohnen in der Metropolregion nur gemeinsam stemmen können – und zwar nur, indem wir auf Lösungen für die Mobilität setzen!“

Alexander Freitag, Geschäftsführer des MVV, der auch Träger der Facharbeitsgruppe EMM-Tarif ist, hatte den Ansatz bereits im Vorfeld der Veranstaltung als „eine der spannendsten Zukunftsaufgaben überhaupt“ bezeichnet. Und für EMM e.V.-Geschäftsführer Wittmann ist der nun beschrittene Weg ein Paradebeispiel für die Arbeit des Vereins: „Dieses für die ganze Region so wichtige Projekt zeigt perfekt Sinn und Zweck unseres Zusammenschlusses: Themen gemeinsam anzugehen, die für die Bevölkerung der Metropolregion ebenso wichtig sind wie für die Zukunftsfähigkeit unserer Teilregionen. Und die wir nur in einem starken Verbund lösen können, “ so Wittmann.

BU: Verabschiedung der ausscheidenden Mitglieder von Vorstand und Lenkungskreis durch Prof. Gerd Finkbeiner (2. stellvertretender Vorsitzender EMM e.V. und Vizepräsident der IHK Schwaben, ganz links) und Wolfgang Wittmann (Geschäftsführer EMM e.V., ganz rechts): Jürgen Schmid (Präsident HWK Schwaben), Johanna Rumschöttel (Landrätin Landkreis München, 1. stellvertretende Vorsitzende EMM e.V.), Christian Ude (Oberbürgermeister Landeshauptstadt München, Vorsitzender EMM e.V.), Elisabeth Ziegler (Bürgermeisterin Gemeinde Oberschleißheim) und Helmut J. Englmann (Bürgermeister Gemeinde Aschheim), v.l.n.r.

Weitere Informationen unter:
http://www.metropolregion-muenchen.eu