Frühere Familienministerin Schröder warnt vor Auswüchsen der #MeToo-Debatte

Die frühere Familienministerin Kristina Schröder
(CDU) hat vor Auswüchsen der #MeToo-Debatte gewarnt. Der aktuellen
ZEIT sagt sie: „Die Gefahr sehe ich derzeit: dass Männer zumindest in
der Arbeitswelt gegenüber Frauen jedes Wort auf die Goldwaage legen.“
Sie selbst nehme es lieber hin und wieder in Kauf, „dass man sich mir
mal mit tumbem Balzverhalten nähert, als in einer komplett sterilen
Arbeitswelt zu leben, in der sich Männer und Frauen wie rohe Eier
behandeln“. Schröder kritisierte, „dass in der (#MeToo-) Debatte
unter dem Begriff sexuelle Gewalt auch sexistische Bemerkungen
subsumiert werden“.

Schröder war von 2009 bis 2013 Bundesministerin für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend. In dieser Zeit hatte sie ihre Tochter
bekommen. Im Rückblick sieht sie die Phase kritisch. „Ich habe mir
für eine Ministerin viel rausgenommen“, sagt sie der ZEIT. „Und
trotzdem habe ich meine erste Tochter nach meinem Empfinden zu wenig
gesehen, ich war fast jeden Tag zehn Stunden aus dem Haus.“ Es gebe
Grenzen der Vereinbarkeit von Karriere und Kindern: „Ich finde, wir
sollten als Politiker nicht so tun, als ob alleine mit guter
Kinderbetreuung alles geht. Vollzeitarbeit von beiden Elternteilen
ist nur in Ausnahmefällen so gestaltet, dass die Eltern damit
glücklich sind.“ Schröder hatte bei der letzten Bundestagswahl auf
eine neuerliche Kandidatur verzichtet.

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