In 25 Prozent der Familienunternehmen stehen Frauen
an der Spitze der Geschäftsführung, bei 16 Prozent halten sie die
Top-Position allein, bei weiteren neun Prozent führen gemischte
Teams. Das ergab eine aktuelle Befragung der Intes Akademie für
Familienunternehmen in Bonn in Zusammenarbeit mit dem renommierten
Frankfurter Personalberater Heiner Thorborg unter 253 Unternehmen in
Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vor allem bei den
Unternehmen mit Umsätzen zwischen 10 und 50 Millionen Euro scheint
die sogenannte „gläserne Decke“ durchstoßen, Frauen führen hier fast
jedes dritte Unternehmen. Getrübt wird das Bild, weil die Zahl der
Frauen in der Leitung von Familienunternehmen mit mehr als 250
Millionen Umsatz deutlich abnimmt.
„Dennoch ist es erfreulich, dass Frauen in Familienunternehmen,
die ja für die große Mehrheit deutscher Firmen stehen, offenbar
zunehmend auf Top-Positionen vordringen“, betont Intes-Partner
Professor Peter May. In der Breite sei die Situation in den
Familienunternehmen deutlich besser als etwa bei den in öffentlichen
Debatten häufig fokussierten Dax-30-Unternehmen. In dieser Gruppe hat
es bisher nicht eine Frau an die Spitze geschafft. Die Studie zeigt
auch, dass weibliche Führungskräfte überwiegend erst nach 1995 in die
Geschäftsführung der befragten Familienunternehmen einzogen. „Hier
zeichnet sich ein positiver Trend ab, der sich nach Ansicht der
großen Mehrheit der Befragten weiter verstärken wird“, unterstreicht
Mitautor Thorborg. Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet schon
mittelfristig eine steigende Präsenz von Frauen in
Führungspositionen. Die Untersuchung untermauert zudem die These,
dass die Geschlechterfrage bei der Entscheidung über die Nachfolge im
Unternehmen nicht im Vordergrund steht. Das Gros von 79 Prozent der
Studienteilnehmer will die Übergabe an einen Vertreter der nächsten
Generation an anderen Kriterien festmachen. 14 Prozent räumen
allerdings ein, dass sie die Anteile vorzugsweise an Söhne
weitergeben, immerhin sieben Prozent bevorzugen explizit Töchter bei
der Nachfolge.
Konkrete Fördermaßnahmen für Frauen in Führungspositionen bietet
nach dem Ergebnis der Studie derzeit allerdings nur 16 Prozent der
befragten Unternehmen. „So besteht auch in Familienunternehmen
weiterhin die Notwendigkeit, für das Thema Frauen in
Führungspositionen zu sensibilisieren“, sagt Intes-Partner und
Studienautor Professor Klaus Schweinsberg. Da viele
Familienunternehmen bei der Rekrutierung von Spitzenpersonal mehr
Probleme hätten als etwa große Publikumsgesellschaften, sei eine
überzeugende Frauenförderung für sie besonders bedeutsam. „Mit der
Förderung von Frauen in Spitzenpositionen könnten die Unternehmen
Werbung in eigener Sache machen. Dies wird aber bisher offensichtlich
noch nicht realisiert“, so Schweinsberg.
Pressekontakt:
INTES Akademie für Familienunternehmen
Marie-Luise Hoffmann
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