Der französische Präsident Nicolas Sarkozy will beim Gipfeltreffen der EU am Freitag offenbar vorschlagen, die Luftwaffe des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi mittels gezielter Luftschläge auszuschalten. Dadurch soll verhindert werden, dass der Diktator sein Volk weiterhin mit Kampfflugzeugen angreifen kann. Bereits am Donnerstag hatte Sarkozy die außenpolitische Initiative ergriffen und als Erster und ohne Rücksprache mit den EU-Partnern die Gegenregierung in Bengasi als die offizielle Regierung Libyens anerkannt. Sarkozy hat während einer einstündigen Unterredung mit zwei Repräsentanten der Gegenregierung unter dem ehemaligen Justizminister Gaddafis, Mustafa Abd al-Dschalil, einen Austausch von Botschaftern vereinbart. In der EU stieß der „außenpolitische Alleingang“ des Franzosen indes auf Empörung. „Deutschland setzt nicht auf das Recht des Stärkeren, sondern auf die Stärke des Rechts“, hieß es Medienberichten zufolge aus Regierungskreisen in Berlin. Das Vorgehen Frankreichs sei „auf keinen Fall abgestimmt“ mit Berlin gewesen. Unterdessen toben die Kämpfe um die libysche Ölstadt Ras Lanuf weiter. Berichten von örtlichen Journalisten zufolge haben Oppositionelle damit begonnen, die umkämpfte Stadt zu verlassen. „Wir sind besiegt“, sagte ein Aufständischer gegenüber Journalisten.
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