Frankfurter Neue Presse: Frau Schröder sieht ihre Chance. Leitartikel von Politikchef Dr. Dieter Sattler.

In der Union machen sich alle Sorgen
wegen der vielen Rücktritte führender Parteivertreter. Alle? Nein,
Familienministerin Kristina Schröder (CDU) überhaupt nicht. Sie sieht
im notwendig gewordenen Umbau der Partei eine Chance. Nun müssten
eben Neue ran, sagt sie unerschrocken. Die Neuen würden dann in einem
Jahr eben die Starken sein. Klar, dass die 32-Jährige hofft,
dazuzugehören. Und deshalb bestimmt nicht böse ist, wenn Ältere
freiwillig ihre Führungsposten räumen und den Weg für Talente
freimachen. Es fällt auf, dass Schröder nach Startschwierigkeiten in
ihrem Amt geschickt versucht, mit „jungen“ Themen im politischen
Gespräch zu sein.

So weigert sie sich jetzt beharrlich, beim geplanten Kita-Ausbau
zurückzustecken, wie es alte Fahrensleute wie Roland Koch oder auch
Wolfgang Schäuble angesichts der klammen Staatskassen verlangen. An
der Zukunft wird nicht gespart, lautet Schröders Ansage. Ganz klar:
Damit setzt sie Duftmarken und will sich profilieren.

Seit Februar zeigt sie beharrliche Präsenz – wenn ihre Initiativen
auch nicht immer erfolgreich waren. So verpufften ihre Forderungen
nach einer Ausweitung des Elterngeldes und bezahlter beruflicher
Auszeiten für pflegende Familienangehörige. Ebenso wenig Gehör fand
ihr Ruf nach einem 20-Prozent-Anteil von Frauen in
Führungspositionen.

Umso engagierter kämpft Schröder um den Ausbau der Kita-Plätze.
Bisher kann sie es auch als persönlichen Erfolg verbuchen, dass jene
Pläne das Sparpaket der Bundesregierung überlebten. Aber weitere
Sparpakete werden folgen. Schröder wird dann gefragt werden, woher
die Gelder für die Kita-Garantie ab 2013 kommen sollen – und woher
die zusätzlichen Erziehungskräfte. Beides steht in den Sternen. Aber
das muss Schröder jetzt nicht interessieren. Bis 2013 ist es noch
weit. Und dann hat sie vielleicht längst einen anderen Posten.
Vielleicht noch weiter oben.

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