Forsa-Studie zu Wählerströmen bei den Koalitions-Parteien: Schwarz-Gelb verliert fast sechs Millionen Wähler / 4,8 Millionen der CDU/CSU- und FDP-Wähler wandern in das Nichtwähler-Lager ab /

Nur 22 Prozent der FDP-Wähler würden der Partei
erneut ihre Stimme geben

Berlin/Hamburg, 20. Juli 2010 – CDU/CSU und FDP haben seit der
Bundestagswahl im vergangenen Herbst einen erheblichen Teil ihrer
Wählerschaft vergrault. Insgesamt verliert die schwarz-gelbe
Koalition 5,852 Millionen ihrer Wähler vom September vergangenen
Jahres. Davon wandern 4,824 Millionen in das Nichtwähler-Lager ab.
Dies zeigt eine exklusive Analyse der Wählerströme des
Meinungsforschungsinstituts Forsa für das Wirtschaftsmagazin
“Capital“ (Ausgabe 8/2010, EVT 22. Juli). Von den 14,655 Millionen
Wählern, die der CDU/CSU im September 2009 ihre Stimme gaben, würden
dies derzeit lediglich 9,379 Millionen wieder tun. Im Vergleich zur
FDP ist die Wiederwahl-Quote für die CDU/CSU mit 64 Prozent
allerdings noch ausgeprochen positiv. So würden sich von den 6,313
Millionen FDP-Wählern aus dem Herbst vergangenen Jahres jetzt nur
1,388 Millionen noch einmal so entscheiden. Dies entspricht einer
Quote von 22 Prozent.

Wie die Forsa-Analyse weiter ergab, sind viele enttäuschte
Anhänger in das Nichtwähler-Lager abgewandert. Bei der FDP sind das
30 Prozent, bei der CDU/CSU 20 Prozent. Diese Wähler werden so
schnell nicht zurückkommen, glaubt Forsa-Chef Manfred Güllner, „dafür
ist der Frust zu groß“.

Bei einer Bilanzierung von Wählerschwund und Wähler-Zugewinnen aus
anderen Parteien oder aus dem Nichtwähler-Lager käme die CDU/CSU
heute auf insgesamt 13,105 Millionen Wähler. Sie gewinnt 3,726
Millionen neue Wähler dazu. Allein 1,388 Millionen Stimmen kommen von
FDP-Wählern. Die FDP könnte der Studie zufolge zur Zeit lediglich mit
knapp über zwei Millionen Wählern rechnen. Sie gewinnt nur 621.000
neue Wähler hinzu.

Das Berliner Meinungsforschungsinstitut Forsa hat in der Zeit vom
14. Juni bis zum 2. Juli insgesamt mehr als 5.000 Wahlberechtigte
telefonisch im Rahmen des „stern-RTL-Wahltrends“ befragt.

Pressekontakt:
Andreas Große Halbuer, Redaktion G+J Wirtschaftsmedien,
Tel. 030/220 74-162, E-Mail: grosse-halbuer.andreas@guj.de