Können Sie Ihren Augen trauen? Forscher des Ford Forschungszentrum
Aachen haben einen Test entwickelt, der den Grad der Wahrnehmung von
Farbunterschieden untersucht. Wenn insbesondere im Fahrzeuginnenraum
Komponenten unterschiedlicher Materialbeschaffenheit aneinander
grenzen, kann es zu Farbabweichungen kommen. Inwieweit diese
überhaupt vom menschlichen Auge wahrgenommen werden, soll der von
Ford entwickelte Testaufbau zeigen.
Im Wesentlichen besteht die Testeinrichtung aus einem
farbkalibrierten Monitor mit sehr hoher Auflösung, bei dem spezielle
Lampen für Tageslichtbedingungen des Umfelds sorgen. Mittels
Zufallsprinzip werden jeweils zwei Farbflächen eingeblendet, die
entweder keine oder unterschiedlich starke Farbabweichungen
aufweisen. Die Testperson entscheidet bei jedem Durchgang, ob sie
eine Farbabweichung wahrnimmt oder nicht. Ziel dieser Arbeit ist es
die menschlichen Wahrnehmungs- und Toleranzgrenzen zu ermitteln, um
weitere Messgrößen bei der Qualitätskontrolle zu etablieren.
Verschiedene Oberflächenbeschaffenheiten und Materialien beeinflussen
die Farbgebung und erhöhen somit auch die Gefahr, dass es zu
Farbabweichungen kommt.
In einem weiteren Testverfahren können Experten, die für die
Farbauswahl im Fahrzeug und/oder für die Qualitätskontrolle
verantwortlich sind, ihr Auge schulen, indem sie versuchen, Farben am
Computer nachzubilden. Dabei sieht der Proband zwei Flächen
unterschiedlicher Farbe. Er hat nun die Aufgabe, die jeweiligen
Farbschieber für Farbwinkel, Farbsättigung und Helligkeit so
einzustellen, dass die zweite Fläche mit der ersten möglichst
farbidentisch wird. So gelingt es, mess- und wiederholbare Standards
zu entwickeln, die bisher nur durch die individuelle subjektive
Wahrnehmung bestimmt werden und durch die unterschiedlich
strukturierten Farbrezeptoren im menschlichen Auge entstehen.
Dr. Carsten Starke, Forschungsingenieur am europäischen Ford
Forschungszentrum in Aachen: „Dieser multifunktionale Test ist genau
auf die Farbgebung unserer Fahrzeuginnenräume zugeschnitten. Zudem
haben wir es als globales Hilfsinstrument entwickelt, das schnell
Ergebnisse liefert und hinsichtlich neuer Anforderungen leicht
modifiziert und angepasst werden kann.“
Eine weitere zukünftige Anwendung der Technologie wird die
Bewertung der Lesbarkeit von Informationen in der Instrumententafel
und auf Displays im Fahrzeuginnenraum sein. Ãœber Parameter wie
Farbkontrast und Schrifttyp sowie -größe werden Messgrößen definiert,
die die Fahrer-Fahrzeug Kommunikation optimieren und somit einen
Betrag zur Verbesserung der Fahrsicherheit leisten.
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