Familienstiftung: Transaktionen professionell und effizient abwickeln

Der deutsche Beteiligungskapitalmarkt hat im dritten Quartal nach seiner vorangegangenen Rekordjagd zwar einen Gang zurückgeschaltet. Aber dennoch befinden sich die Private Equity-Investments in Deutschland weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Der Geschäftsklimaindex des German Private Equity Barometers liegt immer noch bei 72,1 Saldenpunkte. „Der deutsche Beteiligungsmarkt zeigt sich weiterhin stark, der sich zuletzt andeutende Stimmungsumschwung ist erst einmal nicht eingetreten“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. Und wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau weiter mitteilt, gab es zwischen 2005 und 2017 durchschnittlich jährlich etwas mehr als 1100 M&A-Transaktionen, die auf einen deutschen Mittelständler zielten.

„Das zeigt, wie wichtig, M&A-Transaktionen und Private Equity-Beteiligungen für den Mittelstand geworden sind. Das müssen auch nicht immer nur ganz große Käufer sein. Auch Family Offices, vermögende Privatinvestoren und andere mittelständische Unternehmen befinden sich in Kauflaune, um nachhaltige Renditen zu erwirtschaften“, beobachtet Thorsten Klinkner, Stiftungsexperte aus Meerbusch bei Düsseldorf. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Rechtsanwalts- und Steuerberatungsgesellschaft UnternehmerKompositionen (www.unternehmerkompositionen.com) und berät und begleitet gemeinsam mit seinem Team Familienunternehmer und Investoren vorrangig bei der Gründung von Familienstiftungen.

Er weiß aus der Praxis: „Durch eine Familienstiftung lassen sich Unternehmenskäufe und Unternehmensverkäufe professionell und effizient abwickeln. Die Familienstiftung fungiert als Steuerungsinstrument im Beteiligungsmanagement. Denn zum Einen schützt die Familienstiftung das Substanzvermögen, das niemals zersplittert werden kann. Und zum anderen bestehen zahlreiche betriebswirtschaftliche und fiskalische Vorteile“, betont der Rechtsanwalt und Steuerberater. Dabei bezieht er sich vor allem auf die Möglichkeit, eine GmbH-Beteiligung de facto steuerfrei aus der Vermögensverwaltung der Stiftung zu verkaufen. So fällt bei einem Veräußerungsgewinn von acht Millionen bei einem Verkauf aus der Familienstiftung heraus eine Steuerlast von 60.000 Euro an; bei einer Veräußerung aus dem Privatvermögen sind es mehr als 2,1 Millionen Euro. „Das liegt an dem wesentlich reduzierten steuerpflichtigen Anteil des Gewinns, der dann auch noch einem niedrigeren Steuersatz unterliegt. Der Mehrwert wird unmittelbar deutlich.“

Gerade Vermögenseigentümer mit einer höheren Umschlagsgeschwindigkeit bei ihren Beteiligungen können von der Familienstiftung profitieren. Kurz gesagt erwirbt und verkauft die Familienstiftung die Beteiligungen als Investorin, anstatt dass diese aus dem Privatvermögen gehalten und veräußert werden. Auf diese Weise eignet sich die Familienstiftung unter anderem für Single Family Offices, die für das Beteiligungsmanagement eines Vermögenden zuständig sind. Sie können durch die Errichtung einer Familienstiftung erhebliche steuerliche Vorteile für den Mandanten schaffen.

Zudem kann der Stifter als Vermögensinhaber genau in der Satzung den Umgang mit den Beteiligungen festlegen. Dabei entscheidet er allein über die Strategie und kann beispielsweise genau definieren, in welchem Zeitraum und unter welchen Bedingungen Beteiligungen verkauft werden können. Das schafft für die Jahre und Jahrzehnte eine tragfähige Struktur für M&A-Transaktionen und Private Equity-Investitionen und versetzt einen Vermögensinhaber die Lage, das Beste aus seinen Beteiligungen herauszuholen. „Und: Natürlich kann die Familienstiftung weiterhin externe Beteiligungs-Manager einsetzen. Es ändert sich nichts am operativen Geschäft“, sagt Thorsten Klinkner.